Takata Airbag Insolvenz

Der japanische Airbag-Hersteller Takata hat angesichts eines gewaltigen Rückruf-Desasters Insolvenz angemeldet. Teile der Firma sollen jedoch verkauft werden. - Bild: Takata

Zugleich kündigte das Unternehmen an, den Großteil seiner Geschäfte an einen Rivalen zu verkaufen. Der Skandal um defekte Airbags, die mit mindestens 16 Todesfällen und mehr als 180 Verletzungen in Verbindung gebracht werden, hatte vor neun Jahren begonnen.

Der Insolvenzantrag der Muttergesellschaft in Japan und der Antrag auf Gläubigerschutz nach Artikel 11 der US-Tochtergesellschaft in Delaware sollen dem Konzern ermöglichen, seine Finanzlage zu stabilisieren. Takata meldete überdies eine vorläufige Vereinbarung, fast alle seine Aktiva für knapp 1,6 Milliarden US-Dollar an Key Safety Systems zu verkaufen, einer Tochter der chinesischen Ningbo Joyson Electronic.

US-Rivale will Airbaghersteller übernehmen

Der Verkauf wird Takata helfen, seinen Anfang 2018 fälligen Zahlungsverpflichtungen von 850 Millionen US-Dollar an mehrere Autokonzerne nachkommen zu können. Dieser Betrag ist Teil der Einigung mit dem US-Justizministerium in Höhe von 1 Milliarde Dollar. Takata beziffert seine Verbindlichkeiten insgesamt auf 10 bis 50 Milliarden Dollar. Im Januar hatte sich Takata des Betrugs für schuldig bekannt. Das Unternehmen gab zu, irreführende Testberichte veröffentlicht zu haben.

Im Geschäftsjahr 2016/17 per Ende März verbuchte Takata einen Verlust von 79,5 Milliarden Yen, umgerechnet rund 640 Millionen Euro. Damit schrieb das Unternehmen das dritte Jahr in Folge rote Zahlen.