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In den ersten beiden Börsentagen nach Bekanntwerden des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen ist die Aktie des Autoherstellers im freien Fall gewesen. Das hat nun auch die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. - Bild: Bafin

Die Behörde prüfe mögliche Unregelmäßigkeiten rund um den Handel mit Volkswagen-Aktien, bestätigte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur Dow Jones, und zwar hinsichtlich Marktmanipulation, Insiderhandel und Verletzung der Mitteilungspflicht.

Nachdem die Affäre am vergangenen Wochenende öffentlich geworden war, war die Aktie des DAX-Konzerns zum Wochenstart um rund 20 Prozent eingebrochen. Am Dienstag ging es dann noch einmal ebenso massiv nach unten: Volkswagen hatte mitgeteilt, dass neben der bislang im Raum stehenden 500.000 Fahrzeuge in den USA weltweit bis zu elf Millionen Autos betroffen seien, und kam mit einer Gewinnwarnung heraus. "Zur Abdeckung notwendiger Service-Maßnahmen und weiterer Anstrengungen, um das Vertrauen unserer Kunden zurückzugewinnen, beabsichtigt Volkswagen, im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres rund 6,5 Milliarden Euro ergebniswirksam zurückzustellen", hieß es zudem. Daraufhin sackte der Kurs erneut um mehr als 20 Prozent ab.

Angesichts der massiven Kursausschläge fragt sich die bafin nun, ob Marktmanipulationen vorgelegen oder Insider sich im großen Stil von VW-Aktien getrennt haben. Zur Überwachung der Insiderhandels- und Marktmanipulationsverbote analysiert die Behörde das Handelsgeschehen "anhand der Daten über sämtliche Wertpapiergeschäfte, die Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute melden müssen". Außerdem wertet sie alle Ad-hoc-Mitteilungen börsennotierter Unternehmen aus und geht Hinweisen Dritter beispielsweise von der Presse oder Anlegern nach.

Zudem interessiert die Behörde, ob VW die Öffentlichkeit zu spät informiert und somit die Mitteilungspflicht verletzt hat. Informationen, die kursrelevant sind, haben Unternehmen unverzüglich zu veröffentlichen. VW war laut US-Behörden aber schon länger über das Problem mit dem Schadstoffausstoß im Bilde. Denn diese schreiben in ihrer Zusammenfassung der ersten Untersuchungsergebnisse, sie seien nach der Veröffentlichung einer Studie durch die Universität West Virginia im Mai 2014 ein Jahr lang mit Volkswagen über den Schadstoffausstoß bestimmter Fahrzeuge in Kontakt gewesen. Die Studie habe "signifikant höhere Emissionen" im Normalbetrieb zweier Volkswagen-Modelle gezeigt. Demnach wusste Volkswagen lange vor der Veröffentlichung am Freitag, dass die eigenen Dieselmotoren in das Visier der US-Behörden geraten waren.