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Die Europäische Kommission hatte vergangenes Jahr eine Rekordstrafe von 2,9 Milliarden Euro gegen Lkw-Hersteller - neben Daimler auch Volvo, die Paccar-Tochter DAF und die zu CNH Industrial gehörende Iveco - verhängt.

Die Unternehmen sollen sich 14 Jahre lang bei den Bruttolistenpreisen mittelschwerer und schwerer Lkw abgesprochen haben. Am härtesten traf es Daimler mit einer Strafe von rund 1 Milliarde Euro. MAN entging einer Strafe, da die Volkswagen-Tochter das Kartell angezeigt hatte. Zuletzt wurde Scania, ebenfalls eine VW-Tochter, zu einer Strafe von 880 Millionen Euro verdonnert.

Nun fordern die Kunden nach und nach ihr Recht ein. Die Berliner Kanzlei Hausfeld will noch in diesem Jahr eine Schadensersatzklage von über 3.000 Speditionen gegen das Lkw-Kartell stellen, hatte sie vergangene Woche angekündigt.

Neben der Bundeswehr haben laut Bahn über 40 Unternehmen aus allen Bereichen der deutschen Wirtschaft ihre Ansprüche an den Konzern abgetreten, darunter die im Flughafenverband ADV vertretenen Betreibergesellschaften der deutschen Flughäfen sowie große Handels- und Logistikunternehmen.

Insgesamt macht die Bahn damit Schadensersatzansprüche für unerlaubte Preisabsprachen bei rund 35.000 vom Kartell betroffenen Lkw mit einem Einkaufsvolumen von deutlich über 2 Milliarden Euro geltend.