BERLIN (Dow Jones/rm). Der entsprechende Vertrag werde nicht mehr wie geplant vor Jahresende unterzeichnet, sagte ein Bahn-Sprecher am Freitag und bestätigte damit einen entsprechenden Zeitungsbericht. Die Verhandlungen würden aber fortgesetzt, und die Bahn wolle die ersten Züge aus dieser Bestellung im Jahr 2014 einsetzen.

Als Grund für die Verzögerung führte der Sprecher das große Bestellvolumen an. Es liege in der Natur der Sache, dass es zu Verzögerungen kommen könne, sagte er. Ursprünglich wollte die Deutsche Bahn bei Siemens 300 Fernzüge mit einem Wert von 4 Mrd bis 5 Mrd EUR bestellen. Derzeit werde nur über 230 Züge verhandelt, so der Sprecher. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Auftrag in zwei Pakete geteilt werde.

Das technische Konzept des ICx habe die Deutsche Bahn überzeugt, sagte ein Siemens-Sprecher auf Anfrage von Dow Jones Newswires. In den aktuellen Verhandlungen gehe es nun um die konkrete Preisgestaltung. Angesichts des Volumens und der Laufzeit dieses Vertrages werde Siemens keine Vereinbarung akzeptieren, die untragbare wirtschaftliche Risiken berge. Einen möglichen Zeitpunkt des Vertragsschlusses habe Siemens bislang nicht genannt und werde dies auch nicht tun.

Die Fertigung der von der Bahn im Dezember 2008 bestellten 15 Velaro D läufe auf Hochtouren, sagte der Siemens-Sprecher weiter. Trotz des engen Zeitplans gehe Siemens davon aus, dass der Konzern vertragsgemäß im Herbst 2011 den ersten Zug des ICE-Nachfolgers an die Bahn werde übergeben können. Der letzte solle dann im März oder April 2012 ausgeliefert werden.