Der Bahnindustrie droht der Verlust von Aufträgen in Höhe von mehreren Mrd Euro, weil die

Der Bahnindustrie droht der Verlust von Aufträgen in Höhe von mehreren Mrd Euro, weil die europäischen Bahnkorridore auf deutschem Gebiet eventuell doch nicht mit dem einheitlichen Signal- und Leitsystem ETCS ausgestattet werden sollen (Bild: Siemens AG).

HAMBURG (Dow Jones/ks)–Ein solches System bremst Züge bei Sicherheitsproblemen selbsttätig. Die “Financial Times Deutschland” (FTD – Montagausgabe) zitiert das Verkehrsministerium mit den Worten, die geplante Ausrüstung von vier Strecken mit ETCS sei selbst über einen Zeitraum von zehn Jahren “nicht darstellbar”.

Die Einnahmen, die Anbietern wie Siemens und Alstom dadurch entgehen, beziffert Minister Peter Ramsauer laut FTD auf 4,5 Mrd Euro. “Wir müssen abwägen, was wir umsetzen”, sagte er.

“Die Ankündigung des Verkehrsministeriums ist ein Tiefschlag für die Bahnindustrie”, sagte die Chefin der Beratungsfirma SCI, Maria Leenen. “Da brechen fest einkalkulierte Milliardenumsätze in einem margenstarken Geschäft weg.”

Sprecher von Siemens und Alstom wollten die Ankündigung des Bundes laut FTD nicht als endgültige Absage werten. Öffentlich würden die Unternehmen – die stark von Staatsgeld abhängen – aber nur gedämpfte Kritik äußern.

Branchenexpertin Leenen erwartet einen Dominoeffekt: Angesichts der Schuldenkrise sei es wahrscheinlich, dass nun auch andere Staaten ihre Mittel für ETCS zusammenstreichen. Für die Industrie stehe also noch mehr auf dem Spiel als 4,5 Mrd Euro.