Die Bahnindustrie in Deutschland hat mit einem Umsatzplus von 12,2% auf 5,5 Mrd Euro nach Angaben ihres Branchenverbandes im ersten Halbjahr 2010 “einen neuen Spitzenwert erreicht”.

BERLIN (Dow Jones/ks)–Die Auftragseingänge hätten mit einem Plus von 2,1% auf 4,8 Mrd Euro allerdings nur leicht zugelegt, teilte der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) am Dienstag mit. “Der Abwärtstrend des Jahres 2009 ist für die Bahnindustrie in Deutschland im ersten Halbjahr offenbar beendet”, sagte VDB-Präsident Klaus Baur auf der Halbjahrespressekonferenz des Verbands in Berlin. “Die schwache Auftragslage lässt aber noch nicht erkennen, ob damit auch die Trendwende geschafft ist”, betonte er.

Die Nachfrage nach Schienenfahrzeugen nahm laut dem Verband insgesamt um 11,4% im ersten Halbjahr zu. Das Ausland habe daran einen erheblichen Anteil, die Nachfrage von dort sei um 30% gestiegen. Dagegen seien die heimischen Bestellungen für Züge und Lokomotiven um 13,6% zurückgegangen. Massiv verschlechtert habe sich die Nachfrage im Bereich der Infrastrukturausrüstungen, die um 25% gesunken sei. Die Beschäftigtenzahl in der Bahnindustrie blieb laut VDB mit 45.600 konstant.

Die Bahntechnikhersteller in Deutschland hätten im ersten Halbjahr noch von Aufträgen aus der Zeit vor dem Beginn der Weltwirtschaftskrise profitiert, erklärte der VDB-Präsident. “Sorge bereitet uns der deutsche Markt”, unterstrich er. Ihm fehle weiterhin die Dynamik. Ein starker Heimatmarkt sei aber “auch für die langfristige Absicherung der Arbeitsplätze in Deutschland wichtig”.