BASF-Erdölförderung Mittelplate in der Nordsee: Die niedrigen Preise von Öl und Gas machen vor

BASF-Erdölförderung Mittelplate in der Nordsee: Die niedrigen Preise von Öl und Gas machen vor allem der Tochtergesellschaft Wintershall zu schaffen. - Bild: BASF

Belastet vom drastischen Verfall der Ölpreise hat BASF im vergangenen Jahr weniger verdient als in Aussicht gestellt. Das EBIT sank wegen einer Wertberichtigung um 18 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Chemiekonzern überraschend am Mittwoch mitteilte. Zudem stellt sich das Ludwigshafener Unternehmen für längere Zeit auf niedrigere Öl- und Gaspreise ein.

Am Aktienmarkt wird besonders der pessimistische Ausblick in einer ersten Reaktion negativ aufgenommen. "Belastender als die Abschreibungen ist, dass sie auch die Öl- und Gasprognosen für die nächsten Jahre nach unten genommen haben", meint Branchenkenner. Im vorbörslichen Handel verliert die BASF-Aktie in einem knapp behaupteten Gesamtmarkt 4,3 Prozent.

Abschreibungen wurden erwartet

BASF hatte die Investoren im Oktober auf einen Gewinnrückgang eingestellt. Damals hatte der DAX-Konzern allerdings nur einen leichten Rückgang des operativen Ergebnisses in Aussicht gestellt. Grund für das nun schlechtere Abschneiden sei vor allem eine Abschreibung im Segment Oil & Gas. Wegen der düsteren Preisannahmen sowohl für Öl als auch für Gas musste die BASF SE eine Wertberichtigung von 600 Millionen Euro im vierten Quartal verbuchen.

Am Aktienmarkt löst der stärkere Gewinneinbruch kein wirkliches Entsetzen aus. Die Mehrheit der befragten Händler unterstreicht, dass Abschreibungen angesichts des Ölpreiseinbruchs als unvermeidlich angesehen und entsprechend von den Analysten bereits erwartet worden seien. Lediglich über den Umfang der Abschreibungen seien die Erwartungen abgewichen. "Wir hatten sie in dieser Höhe erwartet", sagt ein Börsenhändler: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand angesichts der Dauer des Ölpreisverfalls nicht damit gerechnet hat".

BASF gibt düstere Ölpreisprognose

Wegen des Verkaufs der Erdgashandels- und Erdgasspeicheraktivitäten sank auch das EBIT vor Sondereinflüssen. Hier ging es um 8 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro nach unten. Das entspricht dem prognostizierten "leichten Rückgang". Der Rückgang sei besonders auf deutlich niedrigere Gewinne im Segment Oil & Gas sowie Chemicals im Schlussquartal zurückzuführen. Bei Chemicals hätten vor allem Margenrückgänge bei Petrochemicals belastet.

Der Umsatz sank den vorläufigen Zahlen zufolge nun um 5 Prozent auf 70,4 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz des Chemie-Riesen liege einen Tick unter den Erwartungen, so ein Händler.

Seit achtzehn Monaten sinken die Ölpreise, seit dem Jahr 2014 sind sie um zwei Drittel gefallen. Das führt besonders bei Unternehmen, die wie BASF mit der Ölbranche Geschäfte machen, zu deutlichen Einbußen. Und die Aussichten bleiben trübe: BASF geht für das neue Jahr davon aus, dass die Öl- und Gaspreise auf dem niedrigen Niveau verbleiben werden. Das Unternehmen reduzierte auch die Preisannahmen für die Folgejahre, konkrete Daten nannte BASF aber nicht.

Die Ludwigshafener hatten bereits im Oktober nach deutlichen Einbußen bei Umsatz und bereinigtem operativen Ergebnis im dritten Quartal ihre Jahresprognosen gesenkt. Damals hatte BASF auch in Aussicht gestellt, dass die verhaltene Konjunktur, der niedrige Ölpreis und der Asset-Tausch mit Gazprom Umsatz und Ergebnis im vierten Quartal beeinträchtigen werden.

Den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2015 wird BASF am 26. Februar 2016 veröffentlichen.