LUDWIGSHAFEN (Dow Jones/rm). Zuletzt seien sich die derzeitigen Cognis-Eigner Goldman Sachs und Permira bei den noch offenen Fragen in den Verhandlungen mit der BASF deutlich näher gekommen, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen am Donnerstag.

“Der Deal könnte sogar schon Ende kommender Woche perfekt gemacht werden”, sagte eine der Personen am Donnerstag zu Dow Jones Newswires. Sprecher von BASF und Cognis wollten die Informationen nicht kommentieren.

Ende Mai hatte Dow Jones Newswires bereits berichtet, dass sich die Verhandlungen zwischen der BASF SE und den Cognis-Eignern noch schwierig gestalteten, da sich der Chemiekonzern gegen drohende Risiken nach einer Übernahme absichern wollte. Dabei handelte es sich Finanzkreisen zufolge um Risiken aus Pensionsverpflichtungen, etwaige kartellrechtliche Auflagen sowie Annahmen zur Geschäftsentwicklung.

“Bei eben diesen Punkten ist man sich entscheidend näher gekommen. Da die Verhandlungen schon weit gediehen sind, muss nun ein Abschluss her”, sagte die Person weiter. Derzeit liege die vertiefte Prüfung der Cognis-Bücher seitens der BASF in den letzten Zügen, wobei eine letztliche Einigung so gut wie sicher sein, ergänzte ein zweiter Informant.

Der Preis liege dabei nicht wesentlich über 3 Mrd EUR, so eine der mit den Verhandlungen vertraute Personen. Beide Parteien haben sich damit offenbar aufeinander zubewegt. Während die Cognis-Eigner einen Verkaufspreis zwischen 3,0 Mrd und 3,5 Mrd EUR angepeilt hatten, zielte BASF auf einen Betrag um die 3 Mrd EUR ab.

Ende 2008 hatte die BASF 3,8 Mrd EUR für die Übernahme des Schweizer Chemiekonzerns Ciba gezahlt – zuviel, wie Branchenkenner seinerzeit urteilten. Eine Wiederholung an dieser Stelle will der Konzern nun offenbar verhindern. Auf einer Investorenkonferenz in London betonte CEO Jürgen Hambrecht den Analysten von BNP Paribas zufolge, dass BASF stark auf eine gesunde finanzielle Ausstattung sowie die gute Bonität achte.

Den Monheimer Spezialchemiekonzern Cognis bezeichnen die Analysten als attraktives Übernahmeziel. Das auf Klebstoffe sowie Pflege- und Haushaltsprodukte fokussierte Unternehmen habe dank seiner defensiveren Natur sowie der zunehmenden Präsenz auf den Wachstumsmärkten selbst in der Krise stabile Einnahmen erzielt. Positiv seien auch die durchgeführten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, heißt es in der BNP-Studie weiter.