Mario Mehren: "Für Europa blieben Russland und Norwegen insbesondere für die Versorgung mit Erdgas

Mario Mehren: "Für Europa blieben Russland und Norwegen insbesondere für die Versorgung mit Erdgas die wichtigsten Förderregionen." - Bild: Wintershall

Der neue Vorstandsvorsitzende der BASF-Rohstofftochter Wintershall, Mario Mehren, sieht trotz herausforderndem Umfeld gute Chancen für weiteres Wachstum. Russland soll dabei nach wie vor eine wichtige Rolle spielen.

Das Unternehmen werde sich auf die schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen einstellen, sagte der seit dem 1. Juni amtierende CEO auf dem größten Branchentreffen, der World Gas Conference (WGC), in Paris.

Für Europa blieben Russland und Norwegen insbesondere für die Versorgung mit Erdgas die wichtigsten Förderregionen, so Mehren. Ohne Russland gehe es bei der Erdgasversorgung Europas auch künftig nicht. Das Land sei für Wintershall nach wie vor die wichtigste Schwerpunktregion. “Wir brauchen eine enge Kooperation mit den großen Energiefirmen Russlands”, sagte er. “Wintershall praktiziert das.”

Mit dem russischen Konzern Gazprom arbeitet BASF schon seit 25 Jahren zusammen. Wintershall werde wie geplant bis 2018 in Russland rund 500 Millionen Euro in die bestehenden Projekte Achimgaz, Juschno Russkoje und Wolgodeminoil investieren, bekräftigt Mehren. Das Unternehmen sei aber auch offen für weitere Projekte in Russland. Auch das Engagement in Norwegen will Wintershall seinen Angaben zufolge weiter ausbauen.

Offen für weitere Projekte

Der globale Energiemarkt sei so stark im Wandel wie selten zuvor, sagte der Manager. Der Anstieg der Öl- und Gasproduktion in den USA habe die Preise für diese Rohstoffe weltweit unter Druck gesetzt und Gewichte auf der Energielandkarte verschoben. Gleichzeitig werde die Erschließung konventioneller Lagerstätten immer schwieriger und verlange den Energieunternehmen ein Höchstmaß an technologischer Kompetenz ab.

“Das ist die neue Realität, darauf müssen wir uns einstellen”, erklärte der Manager. “Unsere Aufgabe ist es jetzt, auch dann effizient und profitabel zu arbeiten, wenn die Preise niedrig und die Rahmenbedingungen nicht ideal sind.”

Wintershall werde weiter in seinen Schwerpunktregionen investieren und weiter an der Quelle wachsen, kündigte Mehren an. Bis 2019 will der Erdöl- und Erdgasproduzent mit Sitz in Kassel vier Milliarden Euro in den Ausbau seiner Aktivitäten investieren. Ziel ist es, im Jahr 2018 die Produktion auf rund 190 Millionen Barrel zu steigern. Derzeit liegt sie bei rund 130 Millionen Barrel Öläquivalent.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke