FRANKFURT (Dow Jones/rm). “Auch wenn sich die Vertragsverhandlungen schwierig gestalten, könnte BASF noch im Juni ein Gebot vorlegen”, sagte eine informierte Person am Freitag zu Dow Jones Newswires.

Die Verhandlungen zwischen BASF und den Cognis-Eignern Permira und Goldman Sachs gestalteten sich allerdings noch schwierig, da BASF sich im bindenden Angebot gegen drohende Risiken nach einer Übernahme absichern möchte, wie von mehreren informierten Personen übereinstimmend zu hören war. Derweil sei auch der US-Chemiekonzern Lubrizol noch an Cognis interessiert, müsste den Kaufpreis aber zum Teil mit Hilfe eigener Aktien stemmen.

Die als Favorit geltende BASF habe bislang lediglich ein nicht bindendes Angebot in Höhe von rund 3 Mrd EUR abgegeben, wie eine der Personen mit Kenntnis der Gespräche sagte. Derzeit gebe es allerdings offene Punkten, wie eventuelle kartellrechtliche Auflagen sowie Annahmen zur Geschäftsentwicklung, die die Verhandlungen schwer machten. “Bei den Diskussionen handelt es sich um mehr als das übliche Fingerhakeln”, sagte eine weitere informierte Person.

Problematisch sei zudem, dass Pensionsverpflichtungen und Verlustvorträge in der Cognis-Bilanz “wenig konservativ” bewertet sind, wie eine Person mit Einblick in die Bewertung von Cognis sagte. Da die BASF deutlich vorsichtiger bilanziere, könnten im Falle einer Übernahme Belastungen aus der Neubewertung dieser Positionen anfallen. Eine BASF-Sprecherin wollte die Informationen nicht kommentieren.

Um künftige Belastungen aufzufangen, kommt bei Übernahmen oftmals ein Teil des Kaufpreises nur unter bestimmten Bedingungen zu Auszahlung. Dies sei im Falle Cognis ebenso möglich wie ein genereller Abschlag für die bestehenden Unsicherheiten, ergänzte eine der mit den Verhandlungen vertraute Person. Den voraussichtlichen Gesamtkaufpreis bezifferte diese Person auf 3,0 Mrd bis 3,5 Mrd EUR.

Dem ebenfalls an einer Cognis-Übernahme interessierten US-Chemiekonzern Lubrizol werden derweil zumindest Außenseiterchancen eingeräumt. Der deutlich kleinere und finanzielle weniger schlagkräftige BASF-Rivale könnte einen Teil des Kaufpreises mit eigenen Aktien oder Wandelschuldverschreibungen bezahlen, hieß es von zwei der mit der Sache vertrauten Personen. Ein Lubrizol-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.