Die BASF SE hat sich weiter zuversichtlich für ihre Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr und offen für Zukäufe gezeigt.

Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones

FRANKENTHAL (ks)–”Die gute Geschäftsentwicklung aus dem ersten Quartal setzt sich auch im zweiten Quartal fort entsprechend unserer Prognose im ersten Quartal”, sagte BASF-Vorstand Martin Brudermüller am Dienstag am Rande einer Veranstaltung in Frankenthal zu Journalisten. “Man sieht bei den Kunden deutlich mehr Zuversicht. Die Bestellräume werden etwas größer. Sie haben in der Krisensituation eher viele kleine Orders mit relativ geringem Zeithorizont gehabt”.

Der Manager bestätigte die Konzernprognose für das Gesamtjahr. Demnach erwartet das Unternehmen 2010 weiter einen Umsatzanstieg und ein deutlich verbessertes Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen.

“Auch im zweiten Quartal werden wir wie im ersten Quartal auch Lagereffekte haben, die man allerdings nur schwer quantifizieren kann”, sagte der Manager. “Es ist davon auszugehen, dass diese Effekte im zweiten Halbjahr zurückgehen, denn irgendwann sind die Läger voll”, ergänzte er. Brudermüller dämpfte allzu optimistische Erwartungen. “Im dritten Quartal werden wir uns mit dem relativ besser gewordenen Geschäftsverlauf 2009 vergleichen müssen, da sind zwangsläufig die Wachstumsraten kleiner”.

Im zweiten Quartal würden bei BASF Anlagen-Abstellungen und Wartungsarbeiten die Umsatz und Ergebnisrechnung belasten. Die angekündigten Anlagen-Abstellungen hätten im zweiten Quartal zu Kostensteigerungen und einem Produktausfall geführt. Beispielsweise ist der Verbundstandort im chinesischen Nanjing im zweiten Quartal 59 Tage komplett abgestellt worden. “Auch im dritten Quartal sind noch Anlagen-Abstellungen zu erwarten”, sagte Brudermüller. Die Belastungen aus diesen Maßnahmen hatte BASF im April insgesamt mit bis zu 100 Mio Euro beziffert.

Das Auslaufen der Stimulusprogramme in China bereitet Brudermüller, der im BASF-Vorstand unter anderem auch für die Region Asien zuständig ist, keine Sorgen. China habe erkannt, dass Stimulusprogramme für Infrastrukturmaßnahmen nicht beliebig lang aufgelegt werden könnten. “Sie fahren diese Programme aber nicht zurück, sondern konzentrieren diese stärker auf den Konsumbereich. Jetzt stünden nachfragestimulierende Programme im Vordergrund. “Das übersetzt sich eins zu eins in unsere Produkte speziell im Kunststoffbereich”, sagte er. China ist wirklich richtig heiß im Moment und ich sehe auch nicht, dass sich das jetzt schnell abkühlt”, erklärte er.

Die Tendenz in China zur Währungsaufwertung und höheren Löhnen hält Brudermüller für richtig. “Das geht in kleinen Schritten in der üblich chinesisch pragmatischen Weise, so dass die chinesische Wirtschaft das verdauen kann”, sagte er. “Über die nächsten 2 bis 3 Jahren werden wir in der Summe wahrscheinlich eine Aufwertung des Renmimbi sehen”. Das gleiche gelte für die Löhne. “Solange diese Entwicklung in Schritten nach oben geht, ist das richtig, weil es Kaufkraft schafft”. Es müsse aber kontrolliert ablaufen, sagte der Manager.

An Zukäufen sei BASF weiterhin interessiert, sagte Brudermüller, ohne die wahrscheinlich bevorstehende Cognis-Übernahme zu erwähnen. “Wir sind global interessiert an Akquisitionen, und wir sind natürlich auch in Asien interessiert zu akquirieren. Aber das ist dort nicht immer einfach, weil man Unternehmen identifizieren muss, die zu uns passen, was auch für Geschäftsgepflogenheiten und Umweltrichtlinien gilt”.

Einige Unternehmen seien auch nicht zugänglich, weil sie in Staatsbesitz seien und daher unverkäuflich. Generell sei BASF aber auch in Asien an Zukäufen interessiert und habe auch schon die ein oder andere kleinere Akquisition dort getätigt.

Trennen will sich BASF neben Styrenics auch von dem inzwischen in Asien angesiedelten Bereich Textil- und Lederchemie. Auch das sei ein Arbeitsbereich, den BASF abgeben wolle, bekräftigte Brudermüller. Zum Stand des Prozesses wollte sich der Manager nicht äußern. Das Arbeitsgebiet erfülle nicht mehr die BASF-Kriterien. Es wachse nicht überdurchschnittlich und sei auch nicht mehr besonders innovationsgetrieben. Daher sei BASF nicht mehr der richtige Heimathafen für den Bereich. Weitere Arbeitsgebiete stünden derzeit nicht zur Disposition.