Der Chemiekonzern BASF SE will in seiner Kunststoffsparte “Plastics” 2010 und in den Folgejahren schneller als der Markt wachsen. Dabei sollen die Standardprodukte weiter zurückgeführt und die Spezialitäten deutlich ausgebaut werden.

FRANKENTHAL (Dow Jones/ks)–2010 werde BASF den Umsatz des Segments steigern und eine deutliche Ergebnisverbesserung erzielen, sagte BASF-Vorstandsmitglied Martin Brudermüller am Dienstag anlässlich einer Pressekonferenz in Frankenthal. Die Zahlen für das erste Quartal stimmten zuversichtlich, meinte er.

Im Auftaktquartal war der Umsatz der Sparte bedingt durch die schwache Vorjahresbasis um 50% auf 2,2 Mrd Euro gestiegen. Das EBIT vor Sondereinflüssen kletterte im gleichen Zeitraum auf 279 Mio Euro, im entsprechenden Vorjahresquartal war noch ein Verlust von 29 Mio Euro angefallen.

Neben einer nachfragebedingt höheren Anlagenauslastung hätten Restrukturierungsmaßnahmen zur spürbaren Ergebnisverbesserung beigetragen, sagte Brudermüller. “Dennoch müssen wir uns darauf einstellen, dass die Nachfrage nach unseren Produkten volatil bleibt und für manche Produkte strukturelle Überkapazitäten bestehen”, erklärte der Manager.

Das Portfolio will Brudermüller daher noch weiter an den Markt anpassen. “Wir trennen uns von Standorten und Aktivitäten, die nicht mehr wettbewerbsfähig sind oder die langfristig unsere Renditeerwartungen nicht erfüllen können”, sagte er. Brudermüller hat dabei vor allem Anlagen für Standardkunststoffe im Blick, die unter starkem Wettbewerbsdruck leiden, das Spezialitätengeschäft soll dagegen weiter ausgebaut werden.

Durch die Schließung und den Verkauf von Anlagen für Standardkunststoffe reduziere BASF weiter Überkapazitäten im Markt und stelle ihre Industrieführerschaft unter Beweis, sagte Brudermüller. Bis Ende 2010 soll beispielsweise die Produktion des Basispolymers Polyamid 6 in Rudolstadt eingestellt werden und an den Verbundstandorten Antwerpen und Ludwigshafen konsolidiert werden.

Für den Bereich Styrenics will BASF nach Brudermüllers Angaben den Desinvestitionsprozess fortsetzen. Klares Ziel sei hier eine gute Lösung für das Geschäft und seine Mitarbeiter zu finden, sagte er.

Ausgebaut werden soll dagegen das Geschäft mit Kunststoffspezialitäten. So werden derzeit in Ludwigshafen die Kapazitäten für bioabbaubare Kunststoffe ausgebaut, in Shanghai wird derzeit eine Anlage für “Cellasto”, ein Polyurtehan das im Automobilbereich zum Einsatz kommt, gebaut. Der Anteil der Spezialitäten im BASF-Portfolio habe sich 2009 auf 50% erhöht, 2006 seien es ungefähr 40% gewesen, sagte Brudermüller.

Brudermüller erwartet, dass der weltweite Verbrauch von Kunststoffen bis 2015 jährlich um 15% wächst und der Markt in allen Regionen zulegen wird. “Mit sechs Prozent erwarten wir die höchste Wachstumsrate in Asien”, sagte der Manager.