Die neue TDI-Produktionsanlage wird die größte ihrer Art im BASF-Konzern sein.

Die neue TDI-Produktionsanlage wird die größte ihrer Art im BASF-Konzern sein.

Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (mg). Damit stockt die BASF SE ihre weltweiten TDI-Kapazitäten von bisher 560.000 Tonnen um mehr als die Hälfte auf, um am erwarteten Wachstum des TDI-Marktes zu partizipieren. Die neue Anlage wird die größte ihrer Art im BASF-Konzern sein.

Sie wird Unternehmensangaben zufolge an einem der Verbundstandorte der BASF in Antwerpen/Belgien oder Ludwigshafen angesiedelt sein und soll ab 2014 produzieren. Die Wahl des Standorts will BASF in Kürze bekannt geben. Dann soll nach Angaben einer Sprecherin auch das geplante Investitionsvolumen genannt werden. Bei dem Vorhaben handele es sich um eine Großinvestition, sagte sie lediglich.

In Europa betreibt BASF bisher nur am Standort Schwarzheide eine TDI-Anlage mit einer jährlichen Kapazität von 80.000 Tonnen. Weitere TDI-Anlagen befinden mit je 160.000 Tonnen in Geismar/USA, Yeosu/Südkorea und Caojing/China. Die neue Anlage wird somit die größte BASF-Anlage dieser Art.

Mit der Anlage will BASF sein starkes globales Netz aus integrierten TDI-Anlagen ergänzen, um den wachsenden Bedarf der Kunden zu bedienen. Der Ausgangsstoff für Polyurethane wird größtenteils in der Automobilindustrie für Sitzpolster und Innenverkleidungen sowie in der Möbelindustrie eingesetzt.

Der Chemiekonzern erwartet in den kommenden Jahren im weltweiten TDI-Markt ein Wachstum über dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Ein deutlicher Beitrag soll dabei aus Zentral- und Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika kommen. Für die Jahre 2011 bis 2013 rechnet BASF mit einem durchschnittlichen realen Wachstum des BIP von 3,4%.

Laut UniCredit-Analyst Andreas Heine ist es bemerkenswert, dass BASF die TDI-Anlage in Europa und nicht in Asien bauen will. Der Markt wachse zwar relativ langsam, TDI gelte aber derzeit als knapp, sagte der Analyst. “Wenn BASF mit dem Markt wachsen will, dann müssen sie wieder eine Anlage bauen”, erklärte er. Eine zusätzliche Kapazität von 300.000 Jahrestonnen sei eine große Menge für den europäischen Markt, meinte er. Mehr vertrage dieser auch nicht.

Auch Wettbewerber Bayer plant den Bau einer neuen TDI-Anlage am Standort Dormagen mit einer Jahreskapazität von rund 300.000 Tonnen, die ebenfalls 2014 die Produktion aufnehmen soll. Sie soll ältere Anlagen in Brunsbüttel und Dormagen ersetzen. TDI produziert in Europa neben BASF und Bayer auch das ungarische Unternehmen BorsodChem (BC), Tochter der chinesischen Yantai Wanhua.