Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires

WOLFSBURG (Dow Jones/ks)–Von Januar bis März fuhr Europas größter Autobauer mit 1,7 Mrd Euro unter dem Strich vier Mal so viel Gewinn ein wie im Vorjahreszeitraum und mehr als je zuvor in einem Jahresviertel, wie die Wolfsburger am Mittwoch mitteilten.

Dabei verdanken die Wolfsburger die rasant gestiegenen Gewinne nicht mehr nur ihrer Tochter Audi. Mit 1,1 Mrd Euro steuerte die Kernmarke VW mit Modellen wie dem Polo, Tiguan, Jetta oder Passat im ersten Quartal genauso viel zum operativen Konzerngewinn von 2,9 Mrd Euro bei wie die Ingolstädter. Dabei sind die 557 Mio Euro aus dem Geschäft in China, mittlerweile Volkswagens größter Markt, in den Zahlen der Kernmarke noch gar nicht enthalten, da diese im Finanzergebnis erfasst werden.

Im Auftaktquartal konnten sowohl die Kernmarke als auch die Modelle mit den vier Ringen ihr Ergebnis im Vorjahresvergleich mehr als verdoppeln und übertrafen damit die Analystenerwartungen deutlich. Dabei erwirtschaftete nicht nur Audi eine außergewöhnliche Rendite von 10,6%, wie Bernstein-Analyst Max Warburton anmerkte. Auch die Kernmarke sei mit einer Marge von 4,6% so profitabel gewesen wie noch nie.

Der Ergebnisanteil der tschechischen Tochter Skoda verdoppelte sich nahezu auf 187 Mio Euro. Die spanische Tochter Seat verkaufte zwar in den vergangenen Monaten wieder mehr Autos, operativ blieb jedoch ein Verlust von 12 Mio Euro.

Die Nutzfahrzeugsparte kehrte von Januar bis März dank deutlich gestiegener Transporterverkäufe mit einem Gewinn von 92 Mio Euro in die schwarzen Zahlen zurück. VW baut neben dem Kleintransporter Crafter Modelle wie den T5, den Lieferwagen Caddy, den neuen Pritschenwagen Amarok oder den Gelände-Transporter Rockton. Der schwedische Lkw-Hersteller Scania, an dem VW rund 72% der Stimmrechte hält, trug 376 Mio Euro zum operativen Gewinn bei. Das Ergebnis der Finanzdienstleistungstochter stieg auf 287 Mio Euro.

Doch reflexartig traten die Norddeutschen bei der Verkündung der guten Nachrichten auf die Euphoriebremse: Die schwankenden Zinsen und Wechselkurse sowie gestiegene Rohstoffpreise würden einen Schatten auf die steigenden Verkaufszahlen werfen, erklärten die Wolfsburger. Volkswagen ist für vorsichtige Ausblicke bekannt.

Im Gesamtjahr will Volkswagen trotz der Turbulenzen auf den Rohstoff- und Finanzmärkten die Bestmarke des Vorjahres von 7,1 Millionen verkauften Autos erneut um mindestens 5% übertreffen sowie bei den Erlösen und dem operativen Gewinn neue Bestmarken setzen. Damit wäre VW auf dem besten Wege, schon vor 2018 und damit früher als geplant, Toyota als weltgrößten Autohersteller abzulösen.