werner baumann

Bayer stehe zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung, betonte Bayer-Chef Werner Baumann und kündigte an, die Sitten bei Monsanto nach einer Übernahme zu ändern. - Bild: Bayer

"Uns ist bewusst, welcher Ruf Monsanto vorauseilt", so der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er forderte die Monsanto-Gegner zum Dialog auf. "So wie ich mit unseren Investoren rede, um sie von dem Vorhaben zu überzeugen, so gilt das Angebot auch für Umweltschützer und andere Non-Government-Organisations", sagte Baumann.

Bayer stehe zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung, betonte Baumann und kündigte an, die Sitten bei Monsanto nach einer Übernahme zu ändern: "Unsere Art, Geschäfte zu führen, ist möglicherweise eine andere als die von Monsanto. Ich kann Ihnen zusichern, dass wir auch diese Geschäfte nach den gleichen Maßstäben führen würden wie unsere anderen auch."

Baumann räumte ein, dass auch die Finanzwelt Vorbehalte wegen des schlechten Images von Monsanto vorbringe. "Natürlich thematisieren die Investoren auch den Punkt Reputationsrisiken, aber sie stehen nicht im Vordergrund", sagte Baumann. "Die Fonds wollen wissen, wie wir damit umgehen. Tatsächlich ist die Reputation eminent wichtig für uns, gerade weil wir als Bayer einen so hervorragenden Ruf haben."

In diesem Zusammenhang deutete er an, dass nach erfolgter Integration Monsanto als Markenname verschwinden könnte. "Die Marke Bayer hat weltweit eine hervorragende Reputation und Strahlkraft. Dies gilt es zu nutzen", so Baumann.

Monsanto hatte am Dienstag die Offerte von Bayer über 62 Milliarden Dollar als zu niedrig zurückgewiesen. Das Angebot aus Deutschland sei finanziell nicht angemessen und bewerte Monsanto deutlich zu niedrig, teilte das US-Unternehmen mit. Monsanto sei aber offen für weitere, konstruktive Gespräche mit der Bayer AG. Dabei könne geprüft werden, ob ein Deal erreicht werden könne, der im Interesse beider Seiten wäre.

In Deutschland warnten einige Investoren in den vergangenen Tagen den DAX-Konzern vor einer Übernahme des US-Konzerns. Bayer würde sich dadurch zu hoch verschulden, zudem würde sich das Unternehmen zu stark im Agrargeschäft engagieren. Es gab aber auch Fürsprecher für die Megaübernahme, auch unter den Bayer-Aktionären. Analysten werteten den Vorstoß von Bayer vielfach als strategisch sinnvoll. Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen würde den größten Agrochemiekonzern der Welt hervorbringen, mit Umsätzen von 67 Milliarden Dollar im Jahr.