LEVERKUSEN (Dow Jones/rm). Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll 2010 mehr als 15% wachsen, wie das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen am Donnerstag mitteilte. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen plant die Bayer AG weiter mit einer Steigerung auf mehr als 7 Mrd EUR. Der Konzern hatte nach Ende des ersten Quartals aufgrund eines günstigeren Währungsverhältnisses die Ergebnisprognosen erhöht.

Beim Umsatz erwartet Bayer weiterhin einen währungs- und portfoliobereinigten (wpb) Anstieg um mehr als 5%. Im vergangenen Jahr hatte Bayer einen Umsatz von rund 31,2 Mrd EUR und ein bereinigtes EBITDA von rund 6,5 Mrd EUR erzielt.

Die Teilkonzerne dürften sich 2010 unterschiedlich entwickeln. Die Prognosen für HealthCare und CropScience passte Bayer entsprechend an. Für den wichtigsten Teilkonzern HealthCare zeigt sich Bayer nun pessimistischer. Aufgrund des generischen Wettbewerbs für das Verhütungsmittel “Yaz” rechnet Bayer 2010 nur noch mit einem “leichten” Umsatzanstieg auf währungs- und portfoliobereinigter Basis (zuvor: plus 3%). Das EBITDA vor Sonderposten soll auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Zuvor war Bayer von einer Steigerung ausgegangen.

Auch für Bayer CropScience senkte der Konzern die Prognose und erwartet einen “leichten” Rückgang beim bereinigten Umsatz (zuvor: plus 2% bis 3%) und ein EBITDA vor Sonderposten “erheblich” unter Vorjahresniveau. (zuvor auf dem Niveau des Vorjahres). Ungünstige Witterungs- und Marktbedingungen wurden als Grund angegeben.

Bei der im vergangenen Jahr durch die Rezession besonders gebeutelten Kunststoffsparte MaterialScience geht Bayer dagegen weiter von einer kräftigen Erholung aus. Der Umsatz soll währungs- und portfoliobereinigt in einer Größenordnung von 20% wachsen, das bereinigte EBITDA soll mehr als verdoppelt werden, bekräftigte Bayer. Dies sei mittlerweile eine konservative Schätzung, so der Konzern. MaterialScience erwarte, diese Planungen zu übertreffen. Im 3. Quartal geht der Teilkonzern von Umsätzen und einem EBITDA vor Sondereinflüssen auf dem Niveau des 2. Quartals 2010 aus.

Die Bayer AG hat im zweiten Quartal zwar den Umsatz kräftig gesteigert aber ein rückläufiges Konzernergebnis verzeichnet. Das Konzernergebnis sank aufgrund negativer Sondereffekte auf 525 (Vorjahr: 532) Mio EUR, wie der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern am Donnerstag mitteilte. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie erzielte Bayer hingegen ein Plus von 9,5% auf 1,15 EUR. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich auf 1,917 (1,765) Mrd EUR. Das EBIT lag bei 1,005 (1,021) Mrd EUR.

Die Sonderbelastungen beliefen sich im Berichtszeitraum auf 255 (80) Mio EUR. Hiervon resultierten 123 Mio EUR aus Rechtsfällen bei HealthCare und CropScience sowie 132 Mio EUR aus der außerplanmäßigen Teilabschreibung des Krebsmedikaments “Zevalin”. Der Umsatz stieg um 14,6% auf 9,179 Mrd EUR. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb) lag das Plus bei 9,2%. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 8,628 Mrd EUR, einem bereinigten EBITDA von 2 Mrd EUR sowie einem Konzernergebnis von 769 Mrd EUR gerechnet.