2015 will Bayer trotz zunehmender Belastungen durch hohe Forschungs- und Entwicklungsausgaben weiter

2015 will Bayer trotz zunehmender Belastungen durch hohe Forschungs- und Entwicklungsausgaben weiter wachsen. Für das laufende Jahr stellten die Leverkusener währungskursbereinigt einen Erlösanstieg im unteren einstelligen Prozentbereich in der Größenordnung von 46 Milliarden Euro in Aussicht. - Bild: Bayer

Im Schlussquartal half dem Konzern zudem die günstige Währungssituation und der Zukauf des Consumer Care-Geschäfts von Merck & Co.

Auch 2015 will Bayer trotz zunehmender Belastungen durch hohe Forschungs- und Entwicklungsausgaben weiter wachsen. Für das laufende Jahr stellten die Leverkusener währungskursbereinigt einen Erlösanstieg im unteren einstelligen Prozentbereich in der Größenordnung von 46 Milliarden Euro in Aussicht. Bezogen auf den Umsatz werden positive Währungseinflüsse gegenüber dem Vorjahr von drei Prozent erwartet. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll im unteren bis mittlereren Zehner-Prozent-Bereich zulegen. Darin enthalten sind positive Währungseffekte von circa 2 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie will Bayer im unteren Zehmner-Prozent-Bereich steigern. Hierin sind erwartete positive Währungseffelte von circa 3 Prozent berücksichtigt.

In den Monaten Oktober bis Dezember kletterten die Erlöse, getragen vom Wachstum in allen Geschäftsbereichen, um 11,6 Prozent auf 11 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen (EBITDA) legte um 4,4 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zu. Vor allem höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb haben einen höheren Anstieg verhindert. Unter dem Strich verdiente der DAX-Konzern mit 224 Millionen Euro nur noch gut halb so viel wie im Vorjahr, was hauptsächlich einen deutlich schwächeren Finanzergebnis geschuldet war. Hier machte sich unter anderem ein schwächeres Zinsergebnis, Aufwendungen für Rückstellungen sowie Währungskursverluste negativ bemerkbar.

Deutliches Wachstum verzeichneten erneut die fünf neueren Pharmaprodukte, der Gerinnungshemmer Xarelto, das Mittel gegen Augenerkrankungen Eylea, die beiden Krebsmittel Stivarga und Xofigo und das Mittel gegen Lungenhochdruck Adempas. Ihnen traut Bayer zusammen ein jährliches Spitzenumsatzpotenzial von mindestens 7,5 Milliarden Euro zu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Bayer mit den fünf Mitteln Erlöse von 2,9 Milliarden Euro, nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr.

Gewachsen ist Bayer auch im Geschäft mit verschreibungsfreien Produkten (OTC-Produkten). Im vergangenen Jahr hatte Bayer die Sparte mit dem Kauf der Consumer-Care-Sparte von Merck & Co für Co für 14,2 Milliarden Dollar kräftig gestärkt. Erfreulich verlief auch das Geschäft mit Agrarprodukten.

In der Kunststoffsparte Material Science erlöste Bayer ebenfalls mehr als im Vorjahr. Von dem Chemiegeschäft will sich Bayer trennen und sich künftig auf HealthCare (Pharma und OTC-Produkte) sowie auf CropScience (Agrarprodukte) konzentrieren.

Das Kunststoffgeschäft soll ein selbstständiges Unternehmen für Hightech-Polymere werden und an die Börse gebracht werden. Der Gang aufs Parkett soll spätestens in der ersten Jahreshälfte 2016 erfolgen. Noch ist offen, ob es ein IPO oder ein Spin-off geben wird.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke