Wenn 2018 bereits alle Kernkraftwerke stillgelegt werden, liegt der Großhandelspreis für Strom

Wenn 2018 bereits alle Kernkraftwerke stillgelegt werden, liegt der Großhandelspreis für Strom rund 30% bzw. 16 Euro/MWh höher als im bisherigen „Energiekonzept“. Anschließend sinkt die Preisdifferenz wieder auf 19% bzw. 11 Euro/MWh, da auch im Energiekonzept die ersten Kernkraftwerke stillgelegt werden (Quelle: BDI).

BERLIN (ks). Bis 2020 kämen auf die Stromverbraucher allein durch einen vorgezogenen Kernenergieausstieg Mehrkosten von insgesamt rund 33 Mrd Euro zu. Das ist ein Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung des Kölner Energieforschungsinstituts r2b energy consulting im Auftrag des BDI. Die steigenden Preise erklären sich demnach vor allem durch den Einsatz teurerer Erzeugungstechnologien und durch höhere CO2-Preise.

Den größten Anteil müssten Industrie und weitere Gewerbekunden übernehmen: Sie hätten in diesem Zeitraum 24 Mrd Euro Mehrkosten zu tragen, private Verbraucher 9 Mrd Euro.

Rechnet man die Mehrkosten eines Ausstiegs mit den absehbaren Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur gemäß Energiekonzept für alle Kunden zusammen, so betragen die Mehrbelastungen bis 2020 sogar 51 Mrd Euro, so der BDI.

Der Anstieg der Stromkosten für ein typisches energieintensives Industrieunternehmen liegt demnach bis 2018 mit 580.000 Euro um 222% (400.000 Euro) über dem Kostenanstieg, der durch das vorliegende Energiekonzept der Bundesregierung – ohne vorzeitigen Kernenergieausstieg – erwartet wird. Hier wird ein Kunde angenommen, der im Jahr 24 Gigawattstunden (GWh) Strom verbraucht.

Der Anstieg der Stromkosten für ein typisches Industrieunternehmen, das nicht in einer energieintensiven Branche tätig ist, liegt demnach bis 2018 mit 72.000 Euro um 44% (22.000 Euro) über dem bislang erwarteten Kostenanstieg. Hier wird ein Kunde angenommen, der im Jahr 2 GWh Strom verbraucht.

Ersetzt würde die Stromerzeugung aus deutschen Kernkraftwerken, so ein weiteres Ergebnis von r2b energy consulting, kurzfristig zur einen Hälfte durch Importe aus dem Ausland und zur anderen Hälfte durch inländische Kohle- und Gaskraftwerke. Damit würden im Jahr 2018 in der deutschen Energiewirtschaft 282 Millionen t CO2 ausgestoßen. Das sind gegenüber dem Energiekonzept 62 Mio t CO2 mehr – eine Zunahme um 28%.

Zur Studie des BDI