Thyssenkrupp Stahl

Im Streit um unfaire Wettbewerbsvorteile chinesischer Stahlhersteller verlangt die deutsche Industrie einen wirksamen Schutz vor Dumping. - Bild: Thyssenkrupp

Der Branchenverband BDI fordert daher, die bestehenden Anti-Dumping-Regeln in Kraft zu lassen, selbst wenn das Reich der Mitte Ende des Jahres den Status als Marktwirtschaft bekommen sollte.

Gegen ein Land, das den Status einer Marktwirtschaft besitzt, lassen sich deutlich schwieriger Schutzzölle und Strafzahlungen verhängen. Der Europäischen Union wären gegen Chinas Stahlkocher die Hände gebunden. Das will der BDI nicht zulassen. "Wir Europäer müssen uns weiterhin das Recht vorbehalten, unsere Industrie wirksam zu schützen, wenn China seinen Unternehmen durch vielfältigen staatlichen Einfluss einen unfairen Vorteil verschafft", verlangte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber am Mittwoch.

Die deutschen und europäischen Stahlhersteller klagen über massive Überkapazitäten auf dem Weltmarkt, für die aus ihrer Sicht staatliche oder staatlich geförderte Konkurrenten aus China die Hauptverantwortung tragen. Die Branche fürchtet Werkschließungen und den Verlust tausender Arbeitsplätze in der Europäischen Union.

Die EU will bis Dezember entscheiden, ob sie China als Marktwirtschaft anerkennt. Weil Peking ein Verwehren als unfreundlichen Akt begreifen würde, steckt die EU und ihre Mitgliedsländer in der Zwickmühle. Der Erfolg vieler europäischer Unternehmen hängt mittlerweile am riesigen chinesischen Markt. Die Firmen sorgen sich wegen möglicher Vergeltungsmaßnahmen der kommunistischen Führung.

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