Tesla Autopilot Model S

Teilautomatisiertes Fahren im Tesla Model S. - Bild: Auto-Medienportal.Net/ADAC/Uwe Rattay

Joshua Brown befuhr mit aktiviertem Autopiloten einen Highway, als ein Lkw die Straße kreuzte. Weder Brown noch der Autopilot reagierten auf den Querverkehr, weshalb der Model S ungebremst in den Lkw fuhr.

Joshua Brown kam ums Leben, als die Unterkante des Anhängers die Windschutzscheibe traf. Der Tesla fuhr danach nach Angaben der Polizei zunächst weiter, kam von der Fahrbahn ab und traf einen Strommast. Tesla bstätigte den Unfall in einem Blogeintrag.

Ein herber Rückschlag für den US-Elektroautopinier - immerhin zählen doch Automatisierung und Digitalisierung der Tesla-Fahrzeuge zu den wichtigsten Zukunftsstrategien des Unternehmens. Die US-amerikanische Verkehrsssicherheits-Behörde NHTSA untersucht den Vorfall. Sie kann einen Rückruf anordnen.

Dazu kommt: Das sind bei Weitem nicht die einzigen Sorgen mit den Tesla-Chef Elon Musk sich aktuell herumschlagen muss.

Absatzziel klar verfehlt

Unter anderem kämpft das kalifornische Unternehmen neuerdings mit schleppendem Wachstum. Im zweiten Quartal setzte Tesla nur 14.370 Autos ab und liegt damit weit unter der eigenen Verkaufsschätzung. Noch im Mai hatte der E-Autobauer erklärt, in dem Dreimonatszeitraum sollten rund 17.000 E-Autos an den Kunden ausgeliefert werden.

Beim Modell X, dem 2,5 Tonnen schweren SUV mit sieben Sitzen und mehr als 500 PS, konnte Tesla den Absatz aber signifikant erhöhen, während der Verkauf beim Modell S im Vergleich zum Vorquartal um mehr als 22 Prozent abrutschte. Das überrascht, denn im Mai hatte Tesla bei der Limousine noch von starken Bestellungen gesprochen.

Tesla hat nun zwei Quartale in Folge die eigene Absatzerwartung verfehlt. Der Elektrowagenhersteller hat in den ersten sechs Monaten weniger als 30.000 Autos ausgeliefert. Damit dürfte die Jahresprognose, die von einem Absatz zwischen 80.000 und 100.00 Fahrzeugen ausgeht, ernsthaft wackeln. Tesla kündigte nun an, in den kommenden sechs Monaten "an die 50.000 Autos" abzusetzen.

Bilderstrecke: So sieht das neue Tesla Model 3 aus

  • Am Abend des 31. März 2016 hatte das Warten ein Ende: Der US-Elektroautopionier Tesla stellte sein lange angekündigtes erstes reines Elektroauto für den Massenmarkt vor. Im Vergleich zu den aktuellen Modellen "S" und "X" ist das "Model 3" mit 35.000 US-Dollar vergleisweise günstig. - Bild: Tesla

    Am Abend des 31. März 2016 hatte das Warten ein Ende: Der US-Elektroautopionier Tesla stellte sein lange angekündigtes erstes reines Elektroauto für den Massenmarkt vor. Im Vergleich zu den aktuellen Modellen "S" und "X" ist das "Model 3" mit 35.000 US-Dollar vergleisweise günstig. - Bild: Tesla

  • Die Kunden können das "Model 3" bereits bestellen, auf die Straße kommen wird es aber nicht vor 2017 kommen. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nächstes Jahr wird", sagte Elon Musk in Anspielung darauf, dass Tesla in der Vergangenheit Probleme hatte, die Autos zum versprochenen Zeitpunkt in den Verkauf zu bringen. 115.000 Menschen hatten das Auto am Donnerstag Abend bereits vorbestellt, ohne es je gesehen zu haben. - Bild: Tesla

    Die Kunden können das "Model 3" bereits bestellen, auf die Straße kommen wird es aber nicht vor 2017 kommen. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nächstes Jahr wird", sagte Elon Musk in Anspielung darauf, dass Tesla in der Vergangenheit Probleme hatte, die Autos zum versprochenen Zeitpunkt in den Verkauf zu bringen. 115.000 Menschen hatten das Auto am Donnerstag Abend bereits vorbestellt, ohne es je gesehen zu haben. - Bild: Tesla

  • Das Elektroauto Model 3 schafft laut den Angaben von Elon Musk mindestens 215 Meilen (346 Kilometer) mit einer Batterieaufladung. Platz ist für fünf Erwachsene. - Bild: Tesla

    Das Elektroauto Model 3 schafft laut den Angaben von Elon Musk mindestens 215 Meilen (346 Kilometer) mit einer Batterieaufladung. Platz ist für fünf Erwachsene. - Bild: Tesla

  • Selbst das Basismodell schafft nach herstellerangaben eine Beschleunigung von 0 auf knapp 100 km/h in weniger als sechs Sekunden und erzielt dabei Top-Sicherheitsbewertungen. - Bild: Tesla

    Selbst das Basismodell schafft nach herstellerangaben eine Beschleunigung von 0 auf knapp 100 km/h in weniger als sechs Sekunden und erzielt dabei Top-Sicherheitsbewertungen. - Bild: Tesla

  • Der rein batteriebetriebene Viertürer mit nach hinten abfallendem Glas-Coupédach wird unter anderem gegen den i3 von BMW und den kommenden Chevrolet Bolt EV positioniert. - Bild: Tesla

    Der rein batteriebetriebene Viertürer mit nach hinten abfallendem Glas-Coupédach wird unter anderem gegen den i3 von BMW und den kommenden Chevrolet Bolt EV positioniert. - Bild: Tesla

  • Wie schon das größere "Model S" und das SUV "Model X" wird auch auch das "Model 3"  ein besonders großes Touchscreen-Display neben dem Lenkrad haben, über das bei den bisherigen Modellen fast alle Funktionen des Fahrzeugs gesteuert werden. - Bild: Tesla

    Wie schon das größere "Model S" und das SUV "Model X" wird auch auch das "Model 3" ein besonders großes Touchscreen-Display neben dem Lenkrad haben, über das bei den bisherigen Modellen fast alle Funktionen des Fahrzeugs gesteuert werden. - Bild: Tesla

  • Das "Model S" ist aktuell das einzige Tesla-Modell, das bereits ausgeliefert wird. Es verfügt über 7 Sitzplätze und sprintet in 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h - Bild: Tesla

    Das "Model S" ist aktuell das einzige Tesla-Modell, das bereits ausgeliefert wird. Es verfügt über 7 Sitzplätze und sprintet in 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h - Bild: Tesla

  • Die mehrfach verschobene Auslieferung des "Model X" soll demnächst beginnen. Das SUV ist serienmäßig mit Allradantrieb und 90 kWh-Batterie ausgerüstet und bietet eine Reichweite von 470 km. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,4 Sekunden gilt das "Model X" unter SUVs als echter Sportler. - Bild: Tesla

    Die mehrfach verschobene Auslieferung des "Model X" soll demnächst beginnen. Das SUV ist serienmäßig mit Allradantrieb und 90 kWh-Batterie ausgerüstet und bietet eine Reichweite von 470 km. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,4 Sekunden gilt das "Model X" unter SUVs als echter Sportler. - Bild: Tesla

Messlatte von Musk nicht mehr als eine Posse

Das ist zwar kein Ding der Unmöglichkeit, doch die Nachrichten vom Sonntag sind trotzdem beunruhigend. Da Tesla die Auslieferungen nicht erfolgreich mehr als zwei Monate im Voraus schätzen kann, dürfte die Messlatte von Tesla-Chef Elon Musk nicht mehr als eine Posse sein. Seine kühne Prognose ist, dass Tesla bis 2018 rund 500.000 Fahrzeuge ausliefern wird.

Die nun verpasste Absatzschätzung im zweiten Quartal erklärte Tesla seinerseits damit, dass ungewöhnlich viele Autos noch im Transit seien. Mehr als 5.000 Autos würden in Kürze ausgeliefert.