US-Angreifer sollen Schnüffelsoftware auf Rechner des europäischen Konzerns EADS gebracht haben. -

US-Angreifer sollen Schnüffelsoftware auf Rechner des europäischen Konzerns EADS gebracht haben. - Bild: Rene Sputh/Fotolia

Der europäische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS soll 2011 Ziel einer Spionageattacke aus den USA gewesen sein.

Laut einem Bericht der “Bild am Sonntag” vom 11. Juli belegt dies ein als “vertraulich” eingestuftes Schreiben des BND an den Verfassungsschutz aus dem November 2011, das die Zeitung nach eigenen Angaben eingesehen hat. Darin heiße es: “Von einem ausländischen Nachrichtendienst erhielt BND Informationen über einen vermutlichen Datenabgriff bei der Firma EADS Deutschland.”

Am 2. November 2011 hätten Hacker demnach ein Spionage-Programm auf die Computer des deutsch-französischen Rüstungsherstellers, der seit Anfang 2014 unter dem Namen seines Tochterunternehmens Airbus firmiert, gespielt. 5116 Verbindungen seien zwischen den EADS-Rechnern und den US-Angreifern festgestellt worden, und zwar innerhalb von knapp drei Stunden.

Die Verfassungsschützer informierten laut Bild am Sonntag daraufhin den Konzern über den Angriff. Doch weiter als bis zu einem kurzzeitig gemieteten Server in der Nähe von Los Angeles habe sich die Spur der Angreifer nicht verfolgen lassen.

BND vermutet wirtschaftliche Attacke

Wie das Blatt weiter berichtet, ist EADS aber schon viel länger im Visier der US-Geheimdienste. “Schon 2005 hatte die NSA versucht, mithilfe des BND Informationen über die Rüstungsfirma zu gewinnen. Hintergrund der Aktion damals war nach Informationen aus Sicherheitskreisen ein Auftrag für den Bau einer Grenzsicherungsanlage in Saudi-Arabien. Allerdings wurde die Abhöraktion vom BND entdeckt und gestoppt”, so die Zeitung.

Wer hinter dem Angriff aus dem Jahr 2011 steckt, ist unklar. Laut dem Schreiben vermutet der BND einen wirtschaftlichen Hintergrund der Attacke.

Auch im aktuellen Skandal um die Kooperation zwischen dem BND und der NSA gilt EADS als eines der Ziele in den sogenannten “Selektoren”. Im April war bekannt geworden, dass der BND auf Betreiben der NSA Millionen dieser Suchbegriffe in sein Überwachungsnetz einspeiste. Darunter befanden sich auffällige Begriffe wie EADS oder Eurocopter. Wie die Bild am Sonntag und andere Medien berichteten, könnte auch der deutsche Konzern Siemens zu den Zielen gehört haben.

Bild am Sonntag/Karoline Kopp