Für die Verschmelzungspläne der Lee-Familie innerhalb des Samsung-Konglomerats sieht es gut aus.

Für die Verschmelzungspläne der Lee-Familie innerhalb des Samsung-Konglomerats sieht es gut aus. Das Gericht weist eine Beschwerde von Elliott zurück. - Bild: Flickr

Für die Verschmelzungspläne der Lee-Familie innerhalb des Samsung-Konglomerats sieht es gut aus. Ein südkoreanisches Gericht wies eine Beschwerde des US-Hedgefonds Elliott zurück, der die Maßnahme verhindern wollte.

Der geplante Zusammenschluss von Cheil Industries, der De-Facto-Holdinggesellschaft, und der Bau- und Handelsunternehmen Samsung C&T gilt als Maßnahme, mit der die Lee-Familie ihre Macht bei Samsung zementieren will.

Der US-Hedgefonds Elliott des Milliardärs Paul Singer, der 7,1 Prozent an Samsung C&T hält, wollte den Deal für ungültig erklären lassen. Er argumentierte, in der Transaktion sei Samsung C&T unterbewertet. Das Distriktgericht in Seoul lehnte diese Argumentation aber ab. Am 17. Juli stimmen die Aktionäre über die Fusion ab. Zwei Drittel der Anteilseigner müssen zustimmen.

Die Lee-Familie wird stärker

Kritiker befürchten, dass die Lee-Familie ihre Macht bei Samsung mit der geplanten Verschmelzung weiter festigen und die Minderheitsaktionäre dabei an den Rand drängen könnte. Außerdem wird gemutmaßt, dass der Samsung-Erbe Lee Jae-Yong, der Sohn des amtierenden Chairmans Lee Kun-hee, mit dieser Transaktion auch auf bessere Durchgriffsmöglichkeiten bei Samsung Electronics abzielt. Denn Samsung C&T hat einen Anteil von 4,06 Prozent an Samsung Electronics, Cheil Industries wiederum ist an dem Elektronikunternehmen Stand Ende März mit 23,2 Prozent beteiligt.

Ein Elliott-Sprecher hatte unmittelbar keine Stellungnahme parat. Eine Sprecherin von Samsung C&T sagte, das Unternehmen begrüße die Entscheidung des Gerichts und werde sein Bestes geben, um die Aktionäre von den Vorteilen der Fusion zu überzeugen.

Fussionsplan rechtsgültig

Das Gericht sei der Ansicht, dass der Fusionsplan rechtlich gültig ist, sagte ein Sprecher des Gerichts. Nach südkoreanischem Recht ergibt sich der Wert einer rein auf Aktien basierenden Fusion zweier börsennotierter Unternehmen aus den gewichteten Durchschnittskursen im vorausgegangenen Monat.

Am Dienstag hat Cheil bei einer Analystenveranstaltung höhere Dividenden und die Einführung eines Corporate-Governance-Ausschusses in Aussicht gestellt – allerdings nur für den Fall, dass die Aktionäre sich gefügig zeigen und den Zusammenschluss abnicken.

Aktionäre werden mit Aussicht auf Börsengang von Samsung Bioepis umworben.

Das Biopharmazie-Unternehmen, das sich fast ausschließlich im Besitz von Cheil Industries und Samsung Electronics befindet, soll im Falle eines Falles an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet werden. Samsung C&T wiederum warnte vor einem fallenden Aktienkurs für den Fall, dass die Verschmelzungspläne scheitern sollten, und verwies zur Begründung auf “Gegenwind” in der Branche.

Elliott hatte eine Flut von Dokumenten veröffentlicht, die den Wert der Aktiva von Samsung C&T belegen sollten, darunter auch den Anteil an Samsung Electronics. Der Hedgefonds warf dem Management von Samsung C&T außerdem vor, ihn bei der Frage in die Irre geführt zu haben, ob eine Fusion bevorsteht oder nicht.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke