Aixtron, Zentrale

Aixtron kann sich derzeit über eine starke Nachfrage freuen. - Bild: Aixtron

Das führte auch zu einer Eingrenzung der Verluste. Bekräftigt wurde das Ziel, 2018 in die Profitabilität zurückkehren zu wollen.

Weil sich Aixtron nach der geplatzten Übernahme durch die chinesische Grand Chip Investment auf die Steigerung der eigenen Profitabilität konzentriert und sich neu ausrichtet, verzichtet das Management aber auf eine Prognose zu EBITDA, EBIT und Nettoergebnis.

Mit 128,5 Millionen Euro lag der Auftragseingang in der ersten Jahreshälfte um 34 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorquartal stieg er im Zeitraum April bis Juni um 8 Prozent auf 66,6 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse legten in den ersten sechs Monaten auf 114,1 von zuvor 55,5 Millionen Euro zu, während sie sich sequenziell auf 60,6 (Vj 53,6) Millionen Euro verbesserten.

Das Unternehmen aus Herzogenrath geht nun davon aus, 2017 Umsatzerlöse und Auftragseingänge zwischen 210 und 230 Millionen Euro zu erzielen. Zuvor hatte der TecDAX-Konzern mit jeweils 180 bis 210 Millionen Euro gerechnet.

Neuausrichtung weiter vorangetrieben

Nachdem der chinesische Investor Grand Chip das Angebot für den Spezialmaschinenbauer im vergangenen Jahr zurückgezogen hatte, kündigte Aixtron eine Neuausrichtung an. Grund ist, dass das Unternehmen nun Zusatzkosten für die Entwicklung von Zukunftstechnologien alleine stemmen muss. Das kostet: Deswegen will Aixtron die "F&E-Ausgaben an die Umsätze" angleichen.

Die gescheiterte Übernahme habe Aixtron mehrere Millionen Euro gekostet, jetzt sei das Thema aber vom Tisch, sagte Interims-Vorstandschef Kim Schindelhauer im Gespräch mit dem Handelsblatt am Dienstag. "Aixtron steht nicht zum Verkauf".

Der Konzern will sich nun auf das Kerngeschäft konzentrieren und ist dabei in der ersten Jahreshälfte einen Schritt weitergekommen: Die ALD/CVD-Produktionslinie in den USA wird an die koreanische Eugene Technologies verkauft, die Schaffung eines Gemeinschaftsunternehmens für die Aixtron OLED-Depositionstechnologie kommt nach Konzernangaben weiter voran. Um diesen Prozess zu unterstützen, wurde die Tochter Apeva gegründet.

Operative Fortschritte

Das bereinigten EBITDA verbesserte sich in der ersten Jahreshälfte auf minus 4 Millionen von minus 20 Millionen Euro. Im Quartalsvergleich betrug das bereinigte EBITDA im zweiten Quartal minus 1,3 nach minus 2,7 Millionen Euro.

Der um Restrukturierungskosten von 14,5 Millionen Euro bereinigte EBIT-Verlust in der ersten Jahreshälfte verringerte sich um 63 Prozent auf 9,6 Millionen Euro. Im zweiten Quartal verbesserte sich das Betriebsergebnis unter Berücksichtigung von Restrukturierungskosten von 7,7 Millionen Euro auf minus 3,6 von minus 5,9 Millionen Euro.

Nachdem der Aktienkurs von Aixtron nach der gescheiterten Übernahme zunächst auf Tauchstation gegangen war, startete die Aktie dieses Jahr wieder durch. Seit Jahresanfang legte der Aixtron-Kurs um 137 Prozent auf zuletzt 7,35 Euro zu.