Der deutsche Export lässt nach Einschätzung des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) die Krise hinter sich.

BERLIN (Dow Jones/ks)–”Schon jetzt lässt sich absehen, dass der deutsche Export im ersten Halbjahr alle Erwartungen übertreffen wird”, erklärte BGA-Präsident Anton F. Börner am Donnerstag in Berlin. Wachstumstreiber seien die Schwellenländer. Die Exporte in die außereuropäischen Staaten seien im Vorjahresvergleich um fast 40% gestiegen.
Für das gesamte Jahr 2010 rechnet der BGA bislang mit einem Anstieg der deutschen Exporte um 9% auf 875,5 Mrd Euro. Die Einfuhren dürften laut BGA 2010 um 7% auf 713,8 Mrd Euro zulegen. Das ergäbe einen Außenhandelsüberschuss von 161,7 Mrd Euro.
“Der Außenhandel hat wieder seine Funktion als Motor für die deutsche Wirtschaft übernommen”, sagte Börner. Die insgesamt positiven Erwartungen im Maschinenbau und der Fahrzeugindustrie, aber auch in der Elektro- und Chemieindustrie ließen eine Fortsetzung der Erholung erwarten.
Allerdings bestünden vor allem durch die Währungsentwicklungen Risiken. “Die starken Schwankungen beim Wechselkurs des Euro zum Dollar erschweren die Absicherung gegen Wechselkursrisiken”, sagte Börner. Der niedrige Euro erleichtere zwar den Export in den Nicht-Euroraum, verteuere jedoch auch die Rohstoffe.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, sind im Mai nach vorläufigen Ergebnissen von Deutschland Waren im Wert von 77,5 Mrd Euro ausgeführt und Waren im Wert von 67,7 Mrd Euro eingeführt worden. Die deutschen Ausfuhren waren damit um 28,8% und die Einfuhren um 34,3% höher als im Vorjahresmonat. Ausfuhrseitig war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Mai 2000 (plus 30,7%), einfuhrseitig seit Januar 1989 (plus 38,9%).
Saisonbereinigt stiegen die Exporte gegenüber Vormonat um 9,2%, nachdem im Vormonat noch ein Rückgang um 6,3% registriert worden war. Die Importe legten auf Monatssicht um 14,8% zu, nach minus 7,2% im April.