Ralph Wiechers

Laut VDMA wird aufgrund der niedrigen Ölpreise weniger investiert. Das gilt nicht nur für die Maschinen- und Anlagen der Öl- und Gasindustrie. - Bild: VDMA

Analysten rechnen inzwischen gar mit Preisen von unter 20 Dollar. Was den Verbraucher an der Zapfsäule freut, wird für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau jedoch zunehmend zum Problem.

Das weiß auch VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers: "Viele Konjunkturforscher gehen aktuell davon aus, dass die niedrigen Öl- und Rohstoffpreise die Wirtschaft befeuern werden. Das ist sicherlich richtig, wenn man auf den Konsum schaut. Mit Blick auf die Investitionsgüter und deren Exporte ist der Effekt jedoch eher ein negativer." Der Grund: Die Ölförderländer haben geringere Einnahmen und investieren weniger. Das trifft Teile der Hydraulik, Pumpen, Verfahrenstechniken – also all diejenigen, bei denen es um die Förderung und Weiterverarbeitung von Öl geht.

Aber auch außerhalb der Ölbranche nimmt die Belastung zu, denn niedrige Energiekosten reduzieren den Anreiz für Investitionen in energieeffiziente und regenerative Technologien – zumindest wenn nie- drige Energiepreise eine dauerhafte Erscheinung sind. Und genau davon ist laut der aktuellen Prognose des IWF auszugehen. "Unter dem Strich überwiegen inzwischen die negativen Effekte für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Sie treffen einige Teile der Branche so massiv, dass sie nicht kompensierbar sind durch positive konjunkturelle Effekte an anderer Stelle.

Natürlich werden in einer Konsumkonjunktur auch irgendwann mal Investitionen nachziehen. Aber es dauert viel länger, bis sich das über Kapa­zitätsausweitungen auswirkt, als wenn unmittelbar in eine rohstoffnahe Branche investiert wird", erklärt Wiechers.