Digitalisierung

Der Digitalverband Bitkom warnt: Viele Unternehmen sind in Sachen Digitalisierung verunsichert und sehen sich in ihrer Existenz bedroht. - Bild: Pixabay

Die deutsche Wirtschaft boomt und sorgt für Beschäftigungsrekorde, doch zugleich hält jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) seine Existenz durch die Digitalisierung gefährdet, 60 Prozent sehen sich bei der Digitalisierung als Nachzügler. Ähnlich viele (57 Prozent) geben an, dass Wettbewerber aus der Internet- und IT-Branche auf ihren Markt drängen.

Zugleich sagt nur jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent), dass es in diesem Jahr gezielt in die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle investiert. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zum Stand der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft unter 505 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Trotz der empfundenen Bedrohung meint aber mit 86 Prozent die große Mehrheit der Unternehmen, dass die Digitalisierung grundsätzlich eher Chance als Risiko darstellt.

„Chancen muss man nicht nur erkennen, man muss sie ergreifen. Wir brauchen eine Vision für das digitale Deutschland – und wir brauchen einen konkreten Plan, wie wir sie schnell erreichen“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie anlässlich der hub.berlin und fordert von der neuen Bundesregierung eine klare Strategie:. „Bei einem schlichten Weiter-so der Großen Koalition stehen 3,4 Millionen Jobs auf dem Spiel. Wir brauchen einen Plan für das digitale Deutschland.“ 

Die Digitalisierung warte nicht auf Deutschland. Unternehmen und Politik seien hier gleichermaßen in der Pflicht, sie aktiv zu treiben und zu gestalten.

 

Bitkom
Quelle: Bitkom

Politik fehlt Verständnis der Politik

Die übergroße Mehrheit (85 Prozent) der Unternehmen hierzulande fordert, dass Digitalisierung ein Top-Thema für die Politik werden muss. Zugleich befürchtet jedes Zweite (53 Prozent), dass der Politik immer noch das Verständnis für die Digitalisierung fehlt.

Dies ist besonders dort kritisch, wo die Politik ganz unmittelbar und operativ in der Verantwortung ist: bei der umfassenden Digitalisierung von Ämtern und Behörden. Sie gehört laut 97 Prozent der Befragten ganz oben auf eine neue Digital-Agenda. Dicht dahinter folgt der Wunsch nach einer Stärkung der Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Fragen der digitalen Bildung (95 Prozent).

Und schließlich wünscht sich eine überwältigende Mehrheit (92 Prozent) eine zentrale Stelle in der Bundesregierung, die die Digitalisierung koordiniert. Mit etwas Abstand folgt das Thema Breitbandausbau (83 Prozent), und jeweils 7 von 10 Befragten plädieren für eine Stärkung der Digitalkompetenz aller Bürger (73 Prozent) sowie eine Anpassung des Arbeitsrechts an die Realität der digitalen Welt (71 Prozent).

Rund jeder Zweite ist zudem dafür, dass jedes Gesetz darauf geprüft wird, dass es die digitale Innovationsfähigkeit nicht gefährdet (48 Prozent) und 43 Prozent halten es für notwendig, dass die Forschungsförderung nicht mehr mit der Gießkanne verteilt, sondern auf digitale Technologien konzentriert wird.

Future Manufacturing: Materialkunde beim Metall-3D-Druck

Bei komplizierter Geometrie stoßen herkömmliche Metallbearbeitungsverfahren wie Zerspanen oder Umformen oft an ihre Grenzen. Hier können dann additive Verfahren wie das Direkte Metall-Lasersintern (DMLS), das Proto Labs anbietet, die Lösung sein.