BMW hat seinen japanischen Beschäftigten angesichts der drohenden atomaren Katastrophe angeboten, den Norden des Landes in Richtung sicherere Bereiche im Süden zu verlassen.


Von Nico Schmidt und Christoph Rauwald

MÜNCHEN (Dow Jones/ks)–Deutsche Beschäftigte und deren Familien könnten das Land verlassen, sagte Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz des DAX-Konzerns in München. 50 Deutsche hätten das Angebot, ausgeflogen zu werden, bereits genutzt.

Laut Reithofer leitet Personalvorstand Harald Krüger den Krisenstab, der die in Japan Beschäftigten unterstützt. Es werde nach Wegen gesucht, wie die Mitarbeiter in dem Land kurzfristig und effektiv finanziell unterstützt werden könnten. BMW ist in Japan seit rund 30 Jahren aktiv und beschäftigt dort etwa 700 Mitarbeiter, vor allem im Vertrieb und dem Finanzdienstleistungs-Geschäft.

Im vergangenen Jahr verkauften die Münchener in dem Land etwa 43.000 Autos – damit war Japan der sechstgrößte Markt. Welche Auswirkungen die Katastrophe auf das dortige Geschäft haben werde, könne man jetzt noch nicht sagen, erklärte Reithofer. Ob sich Schwierigkeiten in der Lieferkette ergäben, ließe sich eventuell in sieben bis zehn Tagen besser beurteilen, sagte Einkaufsvorstand Herbert Diess.

Am Freitag hatte ein sehr schweres Erdbeben Japan erschüttert, vor allem der Norden war betroffen. Anschließend war eine meterhohe Flutwelle über das Land gerollt und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Tausende Menschen starben bei der Katastrophe, mehrere Tausend werden vermisst. In mehreren Atomreaktoren kam es in Folge des Unglücks zu ernsten Störfällen, deren Auswirkungen noch nicht absehbar sind.