BMW-Chef Norbert Reithofer sieht den Premiumautobauer weiter auf Wachstumskurs. 2015 sollen mehr

BMW-Chef Norbert Reithofer sieht den Premiumautobauer weiter auf Wachstumskurs. 2015 sollen mehr Fahrzeuge an Kunden abgeliefert werden, als im vergangenen Jahr. - Bild: BMW Group

Im aktuellen Geschäftsjahr dürfte es für BMW weiter bergauf gehen. Der Premiumautobauer aus München will 2015 mehr Fahrzeuge verkaufen als 2014.

Das kündigte Konzernlenker Norbert Reithofer während eines Pressegesprächs auf dem Genfer Automobilsalon an. Der Autobauer dürfte bereits auf einem guten Weg dorthin sein. Im Februar sei der Absatz der BMW-Gruppe nach derzeitigem Stand weltweit um 7 Prozent gewachsen, sagte der CEO weiter. In den ersten beiden Monaten des Jahres sei es noch ein Wachstum von 6 Prozent gewesen.

Der chinesische Automarkt dürfte 2015 um 10 Prozent zulegen, der europäische Markt um 3 Prozent, der US-Markt ebenfalls um 3 Prozent auf rund 17 Millionen Einheiten. An diesem Wachstum wolle BMW teilhaben. In Europa sei es im vergangenen Jahr für BMW gut gelaufen, dieses Momentum wolle man auch in diesem Jahr mitnehmen, sagte der Manager weiter.

Anders zeigten sich dagegen Märkte wie Russland. Dort seien die eigenen Verkäufe im vergangenen Jahr um 17 Prozent eingebrochen, dabei sei der Markt einmal so “erfolgsversprechend” gewesen. “Die Volatilität der Märkte ist wesentlich höher als vor zehn bis 15 Jahren”, betonte der CEO deshalb. Und mit Blick auf solch gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten sagte er: “Ich bin nicht pessimistisch, aber vorsichtig zu sein, ist mit Sicherheit richtig”. Plötzliche Veränderungen, wie sie in Russland durch die politische Situation eingetreten sei, würden in den kommenden Jahren sicher noch häufiger auftreten.

Herausforderung alternative Antriebe und vernetzte Autos

Als große Herausforderungen der kommenden Jahre nannte Reithofer zudem die Entwicklung alternativer Antriebe und des vernetzten Autos. Der niedrige Öl-Preis sei kein Thema von Dauer. Langfristig müsse man weiter auf die Entwicklung alternativer Antriebe setzen, um die CO2-Vorgaben zu erreichen. “Der i3 ist weiterhin ein wichtiges Fahrzeug im jetzigen und zukünftigen Portfolio”, sagte der Manager deshalb.

Mit Blick auf das vernetzte und automatisierte Auto müsse sich die Branche darauf einstellen, “dass Wettbewerber auftauchen, die derzeit noch nicht am Markt sind”, sagte Reithofer mit Blick auf ein mögliches Automobil-Engagament von Unternehmen wie Google und Apple.

Er vergleiche diese Entwicklung gerne mit der Schreibmaschine, die zunächst von einer elektrischen Variante und schließlich vom Computer abgelöst worden sei. Für ihn sei das Auto in den nächsten 15 Jahren nicht sicher vor anderen Unternehmen, die ein viel höheres Know-how im Bereich Software hätten und zu “ernsthaften Wettbewerbern” aufstiegen, mahnte Reithofer. “Apple ist eine sehr, sehr starke Marke”, gab er zu bedenken. Man müsse diese Wettbewerber sehr ernst nehmen, sagte er.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke