Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires

BOCHUM (ks)–Die Münchener profitieren stark von der Nachfrage nach ihren neuen Luxusmodellen. Im größten Werk in Dingolfing sorge die neue Generation der 5er Limousine und das neue 6er Cabrio für 100% Auslastung, sagte Krüger. “Auch die X1-Produktion in Leipzig brummt.” Das Werk in den USA fahre unter Volllast, auf den kleinen Geländewagen X3 müssten die Kunden inzwischen bis zu einem halben Jahr warten, sagte der Personalvorstand.

Bei BMW sind die Werke voll ausgelastet, wenn fünf Tage die Woche in zwei Schichten produziert wird. Zusätzlich gebe es die Möglichkeit, Pausen durchzuarbeiten oder Sonderschichten zu fahren, sagte Krüger.

In den USA – nach dem Heimatmarkt Deutschland und vor China der zweitgrößte Markt für die Bayern – geht es für BMW nach der Krise weiter stark bergauf. “Wir sind für die USA in diesem Jahr sehr optimistisch”, sagte Krüger. Ausschlaggebend dafür seien neben stark nachgefragten Modellen wie dem neuen Geländewagen X3, den größeren Brüdern X5 und X6 sowie dem 6er Cabrio auch die sich erholende Konjunktur.

Auf dem sonst mit Rabattschlachten hart umkämpften Markt gewähre BMW für die gefragten Modelle auch keine Nachlässe, was sich positiv auf die Ergebnisse durchschlage, sagte Krüger. “Man kann in den USA Autos profitabel verkaufen.” Ob BMW auch über eine Produktion des kleineren 3er und der 5er-Limousine in den USA nachdenkt, wollte er nicht sagen.

Nach dem starken Comeback im vergangenen Jahr peilen alle deutschen Luxusautobauer 2011 neue Verkaufsrekorde an. Die Münchener wollen mit mehr als 1,5 Mo BMW, Mini und Rolls-Royce die Bestmarke aus dem Jahr 2007 knacken. Eine gewohnt konservative Vorhersage, hat BMW doch schon im vergangenen Jahr 1,46 Mio Neuwagen an die Kunden in aller Welt verkauft. Branchenkenner rechnen mit einem weiteren Anstieg der globalen Autonachfrage im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Der Premiummarkt dürfte sich dabei sogar noch stärker entwickeln.

Auch der Rivale Daimler will in diesem Jahr die Bestmarke aus dem Boomjahr 2007 knacken, als die Stuttgarter knapp 1,29 Mio Autos verkauften, davon etwa 1,19 Mio Wagen mit dem Stern. Der Verfolger Audi aus Ingolstadt hat sich mit einem Verkaufsplus von knapp einem Zehntel auf 1,2 Mio Autos ein deutlich ambitionierteres Ziel gesetzt.

2010 verteidigte BMW die Krone im Luxussegment und konnte die Konkurrenten auf Distanz halten. Das Rennen um die Pole-Position geht aber weiter. Auch wenn Audi noch ein gutes Stück hinter der Konkurrenz aus München und Stuttgart liegt, wollen die Ingolstädter bis 2015 mehr als 1,5 Mio Autos verkaufen und damit der Konkurrenz die Rücklichter zeigen.

Trotz angepeiltem Verkaufsrekord will die BMW AG die Zahl der Mitarbeiter in diesem Jahr weltweit stabil bei rund 96.400 Beschäftigten halten, eventuell leicht erhöhen, sagte Krüger. Das liege vor allem an der höheren Produktivität, die es erlaube, mit der selben Belegschaft mehr zu produzieren. BMW hat es sich zum Ziel gesetzt, die Produktivität jährlich um 5% bis 10% zu steigern. Aktuell arbeiten rund drei Viertel der BMW-Beschäftigten in Deutschland, wo das Zentrum für Forschung und Entwicklung und viele Zentralbereiche angesiedelt sind.