BMW gründet mehr oder weniger zwangsweise eine neue Marke in China. Bild aus dem Werk des

BMW gründet mehr oder weniger zwangsweise eine neue Marke in China. Bild aus dem Werk des Joint-Ventures von BMW und Brilliance im chinesischen Shenyang (Bild: BMW).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Wir sind mit der nationalen Behörde NDRC im Gespräch und werden eine Lösung finden”, sagte BMW-Vorstandsmitglied Friedrich Eichiner der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ – Samstagausgabe). “Es wird eine rein chinesische Marke sein. Sie steht in keinerlei Verbindung zur Marke BMW”, so Eichiner weiter. Sonst bestünde die Gefahr einer Verwässerung.

Zwar schreibt kein Gesetz vor, dass westliche Autohersteller eine chinesische Marke gründen müssen. Aber jeder Autokonzern, der in der Volksrepublik neue Fabriken errichten möchte, sollte dem in Hintergrundgesprächen vermittelten Plan der Regierung bis zum Jahr 2015 nachkommen, schreibt die FAZ. Volkswagen und Daimler haben bereits neue Marken eingerichtet.

BMW werde gemeinsam mit seinem chinesischen Partner Brilliance eine eigenständige Marke für die sogenannten “New Energy Vehicles” anbieten, die in Chinas jüngst verabschiedetem zwölften Fünfjahresplan als strategische Industrie definiert worden sind, heißt es weiter. Obwohl eine weitere Marke in der BMW-Familie nicht vorgesehen sei, mache BMW für China eine Ausnahme.

Die in China gebauten Fahrzeuge würden nicht dem technischen BMW-Standard entsprechen, da das Unternehmen möglichst wenig von seinem intellektuellen Eigentum preisgeben wolle, so die FAZ. Die Chinesen sollten aus dem Gemeinschaftsprojekt nur genau so viel über die Herstellung elektrisch angetriebener Autos erfahren, dass mit dem Geschäft keine Verluste gemacht werden, sagte Eichiner weiter.

Für BMW gehe es vor allem um die Perspektive, weiter Luxuslimousinen seiner Siebener- und Fünfer-Reihen in großer Stückzahl verkaufen zu können. Derzeit stammt schon mehr als ein Viertel des Konzerngewinns aus den China-Verkäufen, dabei setzt BMW dort nur 15% seiner Produktion ab.