Auf die nächsten Monaten blicken die BMW-Verantwortlichen weiterhin mit Optimismus. Für das

Auf die nächsten Monaten blicken die BMW-Verantwortlichen weiterhin mit Optimismus. Für das Gesamtjahr 2015 stellten sie am Mittwoch abermals "solide" Steigerungen des Vorsteuergewinns und der Auslieferungen in Aussicht. - Bild: BMW Group

Bayern bleiben auf Kurs: Der deutsche Premiumautobauer BMW hat die Marge im ersten Quartal trotz hoher Investitionen und Preisdrucks in mehreren Ländern konstant gehalten.

Der Konzern erwirtschaftete mit dem Automobilgeschäft 9,5 Prozent operative Rendite – und damit eine Gewinnspanne in der Höhe des Vorjahreszeitraums. Die Entwicklung fiel etwas besser aus als von einigen Analysten vorausgesagt. Sie liegt aber im Rahmen von BMWs eigenen Prognosen. Vor dem Hintergrund bestätigte der Autohersteller am Mittwoch die Gewinnprognose für das Gesamtjahr und erhöhte die Umsatzvoraussage leicht.

BMWs Absatz ist in den ersten drei Monaten des Jahres denn auch abermals auf einen Rekordwert gestiegen: Der Konzern lieferte in dem Quartal 526.669 Autos und damit 8,1 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum aus. BMW dürfte zudem von der Schwäche des Euro profitiert haben. Der Umsatz des Herstellers stieg um 14,7 Prozent auf 20,92 Milliarden Euro und damit deutlich stärker als von Analysten mit 20,00 Milliarden Euro vorausgesagt. Den konzernweiten Gewinn vor Steuern und Zinsen steigerte das Unternehmen noch stärker um 20,6 Prozent auf 2,52 Milliarden Euro. Die Branchenexperten waren im Durchschnitt von einem operativen Ergebnis von nur 2,18 Milliarden Euro ausgegangen.

Konzernüberschuss spürbar gesteigert

Analysten hatten mit einem negativen Einfluss auf die Profitabilität etwa durch den eher ungünstigen Modellmix gerechnet: BMW hat den Absatz der eigenen Kleinwagenmarke Mini um fast 30 Prozent und damit weit stärker als den Absatz der Kernmarke gesteigert. Mini-Fahrzeuge sind günstiger – und für BMW deshalb oft weniger lukrativ. Der Hersteller muss derzeit zudem viel in neue Antriebstechniken investieren, um die Vorgaben zur Senkung des CO2-Ausstoßes in vielen Ländern zu erfüllen. Weiterer Druck entsteht durch den zunehmend schärferen Wettbewerb in China, dem wichtigsten Einzelmarkt von BMW.

Der Entwicklung zum Trotz hat der Autohersteller auch den Konzernüberschuss spürbar gesteigert: Nach Steuern verdiente BMW 1,52 Milliarden Euro und damit 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gedämpft hat die Entwicklung laut BMW etwa das Ergebnis aus dem Handel mit Rohstoffderivaten. Zudem dürften Geschäfte zur Währungsabsicherung einen dämpfenden Effekt gehabt haben. Sie führen naturgemäß zu Verlusten, wenn sich die Wechselkurse für BMW im laufenden Geschäft günstig entwickeln.

Auf die nächsten Monaten blicken die BMW-Verantwortlichen weiterhin mit Optimismus. Für das Gesamtjahr 2015 stellten sie am Mittwoch abermals “solide” Steigerungen des Vorsteuergewinns und der Auslieferungen in Aussicht. Als “solide” gilt bei BMW üblicherweise eine Verbesserung um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert. Der Umsatz soll unter anderem angesichts der Währungssituation nun sogar “deutlich” steigen. Bislang hatte BMW auch für die Erlöse ein “solides” Plus vorausgesagt.

Für die operative Marge des Automobilgeschäfts schließt BMW allerdings nach wie vor einen deutlichen Rückgang nicht aus: Der DAX-Konzern erwartet einen Wert im sogenannten Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent, nach 9,6 Prozent im vergangenen Jahr.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke