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BMW plant zum ersten Mal ein Sportmotorrad mit Elektroantrieb. - Bild: BMW

Das sagte der Chef von BMWs Motorradsparte, Stephan Schaller, am Mittwoch in Ismaning bei München. Der Konzern-Motorradvorstand Peter Schwarzenbauer gab zugleich das Ziel aus, die Zahl der jährlichen Zweirad-Auslieferungen bis zum Jahr 2020 von etwa 123.500 Motorrädern im vergangenen Jahr auf rund 200.000 Fahrzeuge zu steigern.

BMW konzentriert sich im Motorradgeschäft bislang auf Fahrzeuge mit mehr als 500 Kubikzentimetern. In dem Segment ist der Hersteller in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Auch in den ersten zehn Monaten dieses Jahres steigerte BMW die Motorrad-Auslieferungen um 11,5 Prozent auf rund 122.000 Fahrzeuge. Der Gesamtmarkt für große Motorräder stagniert allerdings. BMW schätzt ihn auf jährlich rund 860.000 Zweiräder. Das Segment werde auch in den nächsten Jahren nicht wesentlich wachsen, sagte Schaller. Es sei "logische Konsequenz", dass der Hersteller neue Hubraumklassen erschließe.

Neue Märkte in Brasilien erschließen

Der Markt für Motorräder zwischen 125 und 500 Kubikzentimetern biete "ideale Voraussetzungen" für BMWs Wachstumsplan, sagte Motorradchef Schaller. Marktforscher erwarteten für das Segment "starke und nachhaltige" Zuwächse. Als erstes BMW-Motorrad der Hubraumklasse stellte Schaller das Modell G 310 R vor. Mit der Maschine mit rund 300 Kubikzentimetern Hubraum will BMW auch neue Märkte erschließen. "Besonders denken wir an Brasilien", sagte Schaller.

Dazu will BMW auch die Produktionskosten senken. Der Hersteller wird das 300-Kubik-Motorrad deshalb zusammen mit dem indischen Unternehmen TVS Motor in Bangalore herstellen. Die Kooperation mit dem indischen Motorradkonzern hatte BMW schon vor einiger Zeit angekündigt - und schon damals angedeutet, künftig auch vergleichsweise kleine Zweiräder herstellen zu wollen.

Sportmotorrad mit Elektroantrieb

BMW plant darüber hinaus zum ersten Mal ein Sportmotorrad mit Elektroantrieb: Der Hersteller zeigte am Mittwoch das Versuchsmodell EE mit rein elektrischem Motor. "Der Elektroantrieb ist auch für die Motorradbranche die Zukunft", sagte Schaller. Schon seit dem vergangenen Jahr liefert BMW den Elektroroller C Evolution aus. Ein großes Sportmotorrad mit Elektromotor bietet der Hersteller bislang aber nicht an.

BMWs Motorradsparte hat den eigenen operativen Gewinn in den ersten drei Quartalen dieses Jahres von 146 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 273 Millionen Euro fast verdoppelt. Im Vergleich mit den übrigen Sparten des Konzerns hat das Zweiradgeschäft für BMW gleichwohl noch immer untergeordnete Bedeutung: Im Automobilgeschäft hat der Münchener Hersteller zwischen Januar und September rund 20-mal so viel verdient.