BMW-Vertriebsvorstand Robertson rechnet in China nur noch mit einstelligen Wachstumsraten, will aber

BMW-Vertriebsvorstand Robertson rechnet in China nur noch mit einstelligen Wachstumsraten, will aber trotzdem immer mehr Modelle für den chinesischen Markt in lokalen Produktionsstätten herstellen. - Bild: BMW

BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson rechnet in China nur noch mit einstelligen Wachstumsraten. Der weltgrößte Premium-Automobilhersteller hält trotzdem an seiner Strategie fest, immer mehr Modelle für den chinesischen Markt in lokalen Produktionsstätten herzustellen.

Angesichts des rapiden Absatzwachstums von SUVs in China werde BMW in dem Land künftig womöglich ein weiteres seiner X-Modelle produzieren.

Der chinesische Automobilmarkt normalisiere sich, sagte Robertson am Rand der Schanghaier Automobilmesse abermals zu Journalisten. Ein wichtiger Grund dafür sei der Rückgang des allgemeinen Wirtschaftswachstums im bevölkerungsreichsten Land. “Nichts geht immer nur in eine Richtung.” Robertson stellte vor dem Hintergrund für die Zukunft “hohe einstellige” Absatz-Wachstumsraten in Aussicht. Noch im vergangenen Jahr hatte BMW die Auslieferungen in China um rund 17 Prozent gesteigert. Im ersten Quartal dieses Jahres lag das Plus dagegen nur noch bei 6,5 Prozent.

Vertrauensbekräftigung

Robertson bekräftigte gleichwohl sein Vertrauen in den chinesischen Markt. Dieser bleibe der größte Einzelmarkt für BMW, sagte er. Neue Chancen ergeben sich für BMW in China nach Einschätzung von Robertson zudem durch das Wachstum des Gebrauchtwagenmarkts. Zudem steige die Nachfrage nach Premiumautos inzwischen auch außerhalb der größten chinesischen Städte, sagte er.

Normalisierung in China

Zur Normalisierung in China gehört nach Darstellung von Robertson aber auch, dass sich das Nachfragewachstum von den für BMW besonders lukrativen großen Modellen der 7er- und 5er-Reihen hin zu kleineren Modellen wie denen der 3-er Reiher verschiebt. Der chinesische Automarkt entwickele sich “von oben nach unten”, sagte Robertson. Zu der Verschiebung tragen nach früheren Aussagen von BMW-Verantwortlichen auch die Anti-Korruptionsbemühungen der chinesischen Regierung bei. Offenkundig scheuen sich einige potenzielle Kunden derzeit, besonders große Fahrzeuge zu kaufen.

Als Wachstumsmarkt gilt in China das Geschäft mit SUVs, also optisch an Geländewagen erinnernde Straßenautos. Seit rund anderthalb Jahren beobachte BMW rapides Wachstum in dem Segment, sagte Robertson. Vor dem Hintergrund bezeichnete es der Vertriebsvorstand als “gute Möglichkeit”, dass BMW künftig nach dem X1 ein weiteres seiner X-Modelle in einer chinesischen Fabrik produziert. Robertson bekräftigte zudem das Ziel, bald sechs statt bislang drei Modelle in China zu produzieren. Pläne, das Elektrofahrzeug i3 in China herzustellen, hat BMW laut Robertson aber nicht.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht