BMW Connected App

Am Donnerstag trat BMW-Topmanager Thom Brenner bei einer Entwicklerkonferenz von Microsoft aufs Podium, um BMW Connected vorzustellen. - Bild: BMW Group

Die neue Zusammenarbeit ist besonders bemerkenswert, da BMW bisher als Vorzeigekunde von Amazon galt, dem Cloud-Erzrivalen von Microsoft, der im Geschäft eine Pionierrolle spielte und bisher der erfolgreichste Anbieter ist.

Am Donnerstag trat BMW-Topmanager Thom Brenner bei einer Entwicklerkonferenz von Microsoft aufs Podium, um BMW Connected vorzustellen. Die mobile App der Bayern ist eng mit der Cloud-Plattform Azure von Microsoft verknüpft. Diese App, die auf Apples iPhone und iPad läuft, verwendet Microsofts Datenbanken und Dienste für maschinelles Lernen, um über Verkehrsbedingungen auf dem neuesten Stand zu sein, Reisezeiten zu aktualisieren sowie Freunde des Fahrers beispielsweise über die wahrscheinliche Ankunftszeit zu informieren.

BMW bleibt Amazon als Kunde erhalten

BMW bleibt ein Kunde von Amazon, wie eine Sprecherin des Online-Riesen betonte. "In dieser Hinsicht hat sich nichts geändert, und wir erwarten, dass sich die Verbindung mit der Zeit noch intensivieren wird", kündigte die Sprecherin in einer E-Mail an.

Die BMW-Connected-App verbindet sich mit dem Kalender in Microsofts Outlook-Programm, um zu erkennen, wohin ein Nutzer fährt und verwendet die Datenanalyse von Azure zum Ermitteln der schnellsten Route. Zugleich bietet die App Richtungsangaben für den Fußweg vom Parkplatz zum endgültigen Zielort. Das Programm kontrolliert zudem einige Autofunktionen über BMWs Connected-Drive-Dienstleistung. Damit können die Fahrer Türen schließen, Licht anschalten, die Hupe betätigen und bei BMWs Hybridmodellen den Stand der Batterie überprüfen.

Das Geschäft mit der Cloud boomt

Das Cloud-Geschäft wächst momentan rasant und ist entscheidend für den Erfolg von Microsoft. Das Segment, in dem Microsoft mit Amazon direkt konkurriert, dürfte dieses Jahr branchenweit auf rund 14,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz kommen, schätzt International Data Corp. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 11 Milliarden Dollar. Bis 2019 soll das Cloud-Volumen auf 27,8 Milliarden Dollar wachsen, so die Prognosen.

Amazon musste auf diesem Feld zuletzt einige Kundenabgänge hinnehmen. So entschloss sich der Streamingdienst Spotify vor kurzem zum Wechsel zu Google. Doch der Onlinehändler dominiert den Markt weiterhin. Amazon strich im vergangenen Jahr rund 7,9 Milliarden Dollar Umsatz mit Cloud-Dienstleistungen ein. Microsoft kam über 1,1 Milliarden Dollar nicht hinaus und Google blieb gar unter 500 Millionen Dollar.