BMW Group

Nach einer kurzen Schwächephase bei den weltweiten Verkäufen nimmt der Premiumautobauer BMW wiederFahrt auf. - Bild: BMW Group

BMW profitiert von der Nachfrage nach seinen teuersten Limousinen: Der Münchner Autohersteller hat im zweiten Quartal unter anderem wegen des Interesses an dem überarbeiteten Spitzenmodell 7er den operativen Konzerngewinn (EBIT) um 7,9 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro gesteigert.

Die Marge im Automobilgeschäft verbesserte der Konzern den am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen zufolge von 8,4 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 9,5 Prozent - und übertraf damit die Voraussagen der Analysten.

Die Branchenexperten hatten die Gewinnspanne nach den von Dow Jones Newswires zusammengetragenen Prognosen im Durchschnitt auf 9,3 Prozent geschätzt. Für den Konzernumsatz sagten die Analysten einen Wert von 24,32 Milliarden Euro voraus - und unterschätzten damit erheblich die tatsächliche Entwicklung: BMW erlöste konzernweit im zweiten Quartal 25,01 Milliarden Euro und damit trotz einer ungünstigen Währungsentwicklung 4,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Im vorbörslichen Handel bei Tradegate lag der Kurs der BMW-Aktie am frühen Dienstagmorgen vor dem Hintergrund rund 1,4 Prozent im Plus. Die Marge des Herstellers überzeuge, sagte ein Börsenhändler.

Doch auch unter dem Strich verbesserte sich BMW im zu Ende gegangenen Dreimonatszeitraum überraschend deutlich. Nach Steuern, also auch nach Berücksichtigung des Erfolgs der chinesischen Joint Ventures, verdiente der Autokonzern mit 1,95 Milliarden Euro rund 11,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach den Anteilen Dritter blieb BMW ein Quartalsgewinn von 1,94 Milliarden Euro. "Wir haben im zweiten Quartal so viele Fahrzeuge wie noch nie an Kunden ausgeliefert und damit unter dem Strich einen Rekordgewinn erzielt", ließ sich Konzernchef Harald Krüger zitieren.

BMW wies zugleich aber auf steigende Kosten für neue Produkte hin: Der Konzern arbeitet wie viele seiner Konkurrenten derzeit an Elektroautos und an elektronischen Systemen, die Fahrzeuge ohne die Hilfe des Fahrers steuern. "Die Stärke unseres heutigen Kerngeschäfts bildet die Basis für den Erfolg von morgen", sagte BMW-Chef Krüger vor dem Hintergrund.

Analysten warnten zudem, dem Autohersteller stehe ein womöglich schwierigeres zweites Halbjahr bevor. In den nächsten Monaten dürfte etwa die Nachfrage nach dem 5er wegen des bevorstehenden Modellwechsels zurückgehen.

BMW erwartet keine schnellen Brexit-Auswirkungen

Die BMW-Verantwortlichen ließen am Dienstag aber die eigenen Prognosen für das Gesamtjahr unverändert. Die operative Rendite der Autosparte soll demnach zwischen 8 und 10 Prozent verharren. Für den Umsatz im Autogeschäft und das konzernweite Vorsteuerergebnis rechnen die BMW-Chefs nach wie vor mit "leichten" Zuwächsen.

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BMW hat sich zudem vorgenommen, der führende Premium-Autohersteller zu bleiben. Gemessen an den unbereinigten Margen der Automobilaktivitäten hat der Münchner Hersteller dieses Ziel im zweiten Quartal klar erreicht: Die Volkswagen-Tochter Audi erzielte in dem Zeitraum eine unbereinigte Gewinnspanne von 7,6 Prozent. Daimler blieb im Automobilgeschäft sogar nur eine von mehreren Sondereffekten belastete Marge von 6,4 Prozent.

Selbst den Brexit sehen die BMW-Verantwortlichen derzeit nicht als Gefahr für den eigenen Erfolg. Angesichts der Entscheidung zum Austritt Großbritanniens aus der EU erwarte der Autohersteller "kurzfristig keine wesentlichen Auswirkungen", heißt es im Quartalsbericht des Unternehmens, wenngleich die BMW-Verantwortlichen dort auf eine "Phase der Unsicherheit" wegen der Verhandlungen über die künftige Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der EU hinweisen.

Mittelklasse, obere Mittelklasse, Oberklasse: Die wichtigsten Neuerungen

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    Platz 3 in der Mittelklasse: Mazda 6. Die Mittelklasse ist besonders bei Käufern beliebt, untersucht wurden 125 Innovationen in 62 Modellen. - Bild: Mazda

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    Platz 2 in der Mittelklasse: Skoda Superb. Die adaptive Fahrwerksregelung lässt sich durch Auswahl von verschiedenen Modi individuell an den Fahrstil anpassen. - Bild: Skoda

  • Audi A4

    Platz 1 in der Mittelklasse: Audi A4. Ein aktiver Kollisionswarner für Kreuzungen und der erste Ausweichassistent in dieser Klasse machen Audi neben anderen Features den Autoexperten zufolge klar zum Sieger. Der Hersteller kann von 23 Weltneuheiten sieben für sich verbuchen. - Bild: Audi

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    Platz 3 in der oberen Mittelklasse: Volvo 70er. Volvo möchte Fußgänger mit einem Außenairbag schützen. Adaptive Geschwindigkeitsregelung, Informationen über den toten Winkel und Spurassistent sollen das Fahren zusätzlich sicherer machen. - Bild: Volvo

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    Platz 2 in der oberen Mittelklasse: Senova D80. Der chinesische Autobauer Bejing Automobile Works baut den Senova nach Plänen der schwedischen Firma Saab. - Bild: Baicmotorsales

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    Platz 1 in der oberen Mittelklasse: Jaguar XF. Interessant fanden die Forscher des Center of Automobile Management eine App, die auf Wunsch andere Personen (regelmäßig) per SMS über die aktuelle Ankunftszeit informiert – eine von 16 Innovationen. - Bild: Jaguar

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    Platz 3 in der Oberklasse: Cadillac CT6. Rundumsicht im Rückspiegel: Eine HD-fähige Kamera nimmt hinter dem Auto auf, das Bild wird auf den Rückspiegel projiziert. Das soll die Sichtweite und den Winkel deutlich verbessern. - Bild: Cadillac

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    Platz 2 in der Oberklasse: Tesla Model S. Die teilautonomen Fahrfunktionen bringen den zweiten Platz. Nachdem der Blinker betätigt wird, wechselt das Auto selbständig die Spur und passt sich der Verkehrslage an. - Bild: Tesla

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    Platz 1 in der Oberklasse: BMW 7er. Mit 27 Innovationen ist der BMW klar der Spitzenreiter dieser Klasse, dazu gehören der Garagen-Einparkassistent und eine Gestiksteuerung. - Bild: BMW