Bei der Unterzeichung des Liefervertrags: Didier Leroy, President and CEO von  Toyota Motor Europe

Bei der Unterzeichung des Liefervertrags: Didier Leroy, President and CEO von Toyota Motor Europe und Ian Robertson, Mitglied des Vorstands der BMW AG (Bild: BMW).

von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–Die beiden Autobauer wollen nicht nur gemeinsam Grundlagenforschung im Bereich Lithium-Ionen-Batterietechnologie betreiben, sondern auch weitere mögliche Kooperationsprojekte prüfen. “Toyota ist der führende Anbieter von umweltfreundlicher Serientechnologie im Volumensegment und die BMW Group der innovativste und nachhaltigste Hersteller von Premiumfahrzeugen. Mit diesem Schritt bündeln wir unsere Kräfte, um die Entwicklung von Umwelttechnologien und unsere Innovationsführerschaft im jeweiligen Segment voranzutreiben”, sagte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer.

Die von BMW und Toyota gemeinsam entwickelten Batterien der neuen Generation könnten irgendwann in die Elektroautos der beiden Hersteller einfließen. Die Akkus für BMWs Elektroauto i3, das ab 2013 an den Start gehen sollen, liefert ein Joint-Venture von Bosch und Samsung (SB LiMotive).

Die Zusammenarbeit ist nicht die erste von BMW im E-Mobility-Bereich: Die Münchener kooperieren bei Hybrid-Komponenten bereits mit der französischen PSA Peugeot Citroen. Im Frühjahr wurde das Joint Venture “BMW Peugeot Citroen Electrification” aus der Taufe gehoben. Die Unternehmen entwickeln und produzieren gemeinsam Hybridsysteme, wozu Hochvoltspeicher, E-Motoren, Generatoren, und Ladegeräte gezält werden. Insgesamt steckten BMW und PSA 100 Mio EUR in das Joint Venture.

BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger sagte am Donnerstag auf der Pressekonferenz in Tokio, PSA sei nicht besorgt wegen der nun mit Toyota eingegangenen Partnerschaft. Schließlich gehe es um die Grundlagenforschung, während das Joint Venture mit den Franzosen momentan gängige Technologien betreffe.

Im Bereich alternativer Antriebstechnologien sind Kooperationen inzwischen an der Tagesordnung. Denn Autohersteller und -zulieferer müssen massiv in die Forschung und Entwicklung investieren, ohne daraus heute einen direkten Nutzen ziehen zu können. Wann sich der horrende Mitteleinsatz lohnen wird, ist noch ungewiss. Branchenexperten rechnen nicht damit, dass das Elektroauto vor 2020 den Durchbruch schaffen wird.

Hinzu kommt, dass viel Geld in die Weiterentwicklung herkömmlicher Verbrennungsmotoren gesteckt werden muss, um diese fit für die rigider werdenden Abgasvorschriften zu machen. In diesem Bereich will Toyota in Europa künftig von der Spritspar-Expertise des bayerischen Traditionsunternehmens profitieren: BMW wird die krisengebeutelten Japaner ab 2014 in Europa mit 1,6- und 2,0-Liter-Dieselmotoren beliefern.

“Mit der Lieferung (…) bauen wir den Vertrieb von Antriebssystemen wie geplant weiter aus”, sagte Vorstandschef Reithofer. Im Zuge einer umfassenden strategischen Neuausrichtung im Jahr 2007 hatte BMW das Ziel ausgegeben, künftig auch Geschäfte mit Drittkunden machen zu wollen. Zu den bisherigen Kunden gehören Fisker, der US-Polizeifahrzeughersteller Carbon Motors sowie der kriselnde schwedische Autobauer Saab.

Mit den effizienten BMW-Dieselmotoren will Toyota den Marktanteil in Europa steigern. Ursprünglich hatten die Japaner bei dem Vorhaben vor allem auf Hybridfahreuge gesetzt. In Europa wird alerdings ein Großteil der verkauften Wagen mit Selbstzündern angetrieben.

Toyota-Europachef Didier Leroy wollte noch nicht verraten, welche Modelle mit den BMW-Motoren angestrieben werden könnten und über welche Volumina man rede. Er ließ allerdings durchblicken, dass die Aggregate der Münchener vor allem in Autos Einsatz finden dürften, die auch in Europa gefertigt werden. Wegen des enorm starken Yen erwägt Toyota wie auch andere japanische Autobauer, die Produktion außerhalb des Heimatlandes deutlich aufzustocken. Denn Exporte aus Japan sind wegen des starken Außenwerts der dortigen Währung kaum rentabel.