Dr. Friedrich Eichiner BMW

"Die erfolgreiche Geschäftstätigkeit der BMW Group setzt sich im zweiten Quartal fort. Mit über 573.000 Auslieferungen ist es das volumenstärkste zweite Quartal unserer Geschichte." - Bild: Dr. Friedrich Eichiner BMW

BMW verkauft zwar weltweit immer mehr Autos und profitiert von der Schwäche des Euro, unter anderem in China liefert sich der Autohersteller aber einen zunehmend intensiven Preiskampf.

Vor dem Hintergrund hat der Premium-Marktführer von April bis Juni abermals den Umsatz stark gesteigert, doch mit dem operativen Gewinn den Vergleichswert aus dem Vorjahreszeitraum verfehlt.

Die Entwicklung entspricht im Wesentlichen den Voraussagen der Analysten. BMWs Gewinn aus dem laufenden Geschäft schrumpfte im zweiten Quartal mit einem Minus von 3 Prozent auf 2,53 Milliarden Euro denn auch in etwa so stark wie von den Branchenexperten mit einem Rückgang um 2,8 Prozent prognostiziert. Den Umsatz erhöhte der Autohersteller allerdings um 20 Prozent auf 23,94 Milliarden Euro und damit stärker als vorausgesagt. Die von Dow Jones Newswires befragten Branchenexperten waren im Durchschnitt von einem Erlös von 22,47 Milliarden Euro ausgegangen.

Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent

Im Automobilgeschäft erwirtschaftete BMW im zweiten Quartal eine operative Marge von 8,4 Prozent, nach 11,7 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Gewinnspanne lag damit trotz des deutlichen Rückgangs weiter im sogenannten Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent. Die Renditevoraussage für das Gesamtjahr ließen die BMW-Verantwortlichen am Dienstag denn auch unverändert. Sie wiederholten zudem die Prognosen, nach denen sich der Vorsteuergewinn sowie die Zahl der Auslieferungen im Gesamtjahr 2015 “solide” und der Umsatz “deutlich” verbessern sollen. Allerdings warnte BMW vor einer “gedämpften Ergebnisdynamik” angesichts des intensiven Wettbewerbs, hoher Investitionen und der Entwicklung in China.

Im zweiten Quartal hat BMW den Absatz der eigenen Marken gleichwohl zum wiederholten Mal stark gesteigert: Wie schon aus im Juli vorgelegten Daten hervorging, verkaufte der Konzern mit weltweit 573.079 Fahrzeugen rund 7,5 Prozent mehr Autos aus als noch ein Jahr zuvor. Zum Umsatzanstieg hat zudem ganz erheblich die Schwäche des Euro beigetragen. Mit der Wechselkursentwicklung erhöht sich für BMW der Euro-Wert der im Ausland erzielbaren Preise. Ungünstig entwickelte sich allerdings der sogenannte Modellmix: Der Absatz von Autos der Marke Mini stieg jüngst weit stärker als die Verkaufszahlen der gewinnträchtigeren Kernmarke BMW.

Konkurrenzdruck wächst

Zudem erhöhte sich auf wichtigen Märkten der Druck durch die Konkurrenz und ungünstige Wirtschaftseinflüsse. Einen besonders dramatischen Umschwung erlebt BMW wie einige andere Autohersteller derzeit in China. Auf dem für das Unternehmen wichtigsten Einzelmarkt schrumpfte der Konzernabsatz nach jahrelangem Wachstum im zweiten Quartal um rund 1,6 Prozent.

Weil der Münchener Hersteller in China Autos gemeinsam mit dem Partner Brilliance produziert, hat die Entwicklung in dem Land allerdings nur einen gedämpften Einfluss auf die operativen Kennzahlen des Konzerns: BMWs Anteil an dem von dem chinesischen Joint-Venture erzielten Gewinn fließt in das Finanzergebnis ein. Der Konzerngewinn nach Steuern schrumpfte dennoch vergleichsweise gering von 1,77 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,75 Milliarden Euro.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht