MÜNCHEN (DJ/gk). Für den weltgrößten Luxusautohersteller BMW läuft es nach dem Krisenjahr 2009 wieder deutlich besser als erwartet. Dank guter Geschäfte in China und den USA wollen die Münchener in diesem Jahr mit mehr als 1,4 Mio Autos rund ein Zehntel mehr verkaufen als 2009, wie die BMW AG am Dienstag mitteilte. Zuletzt waren die Bayern von einem Plus im soliden einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Die besseren Verkaufszahlen sollen sich auch positiv im Ergebnis niederschlagen.

Im Krisenjahr 2009 hatte BMW nicht - wie viele Kleinwagenhersteller – von der Abwrackprämie profitiert. Zudem war der wichtige US-Markt eingebrochen, so dass die Münchener insgesamt mit knapp 1,3 Mio Wagen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ein Zehntel weniger als 2008 verkauften.

Im ersten Halbjahr 2010 hatte sich der Markt für Oberklassewagen aber deutlich erholt. Dabei profitierten die Münchener vor allem von der Nachfrageerholung in den USA und dem anhaltenden Boom in China. Der Branchenprimus verkaufte in den ersten sechs Monaten gut 696000 Autos, ein Plus von 13%.

Weiteren Rückenwind für Absatz und die Finanzkennzahlen versprechen sich die Münchener vom neuen 5er, dem wichtigsten Neuanlauf in diesem Jahr. Die hauptsächlich als Firmenwagen genutzte Limousine soll knapp ein Fünftel der gesamten Verkäufe der Bayern ausmachen und gilt daher als Treiber für Absatz, Image, Umsatz und Ergebnis, zumal die neue Generation dank des Baukastensystems günstiger produziert wird als sein Vorgänger.

Angesichts der Entspannung auf den Automärkten rechnet BMW nun mit einer Rendite (EBIT-Marge) im Automobilgeschäft von mehr als 5%. Bislang war der Konzern von einer Marge im unteren einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Auch im Geschäft mit Finanzdienstleistungen erwartet der DAX-Konzern aufgrund der entspannten Risikosituation nun ein deutlich besseres Ergebnis vor Steuern sowie eine Marge von mehr als 18%.

Der anvisierte Vorsteuergewinn werde höher ausfallen als erwartet, erklärte BMW, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Für dieses Jahr hatte BMW zuletzt mit einem im Vergleich zu 2009 deutlich besseren Konzernergebnis vor Steuern gerechnet.

Aufgrund des Absatzschwunds war der Umsatz der Bayern 2009 um knapp 5% auf etwa 50,7 Mrd Euro geschrumpft. Im Gegensatz zu anderen Autoherstellern schrieb BMW aber schwarze Zahlen: Vor Zinsen und Steuern verdiente der DAX-Konzern 289 Mio Euro und damit knapp ein Drittel des Vorjahres. Eine höhere Steuerquote hatte dem Branchenprimus jedoch die Bilanz verhagelt und den Gewinn unter dem Strich um 36% auf 210 Mio Euro einbrechen lassen.

In der Gewinnzone gehalten hatte den DAX-Konzern vor allem die schnelle Reaktion auf die Krise: Frühzeitig hatte BMW die Kapazitäten angepasst und so verhindert, dass sich die teuren Luxuswagen auf dem Hof stapeln.

Für die Anleger waren die Nachrichten eine positive Überraschung: An der Frankfurter Börse schoss der Kurs der BMW-Aktie nach der Mitteilung um 6,2% auf 41,34 Euro nach oben. Details zum Ergebnis des ersten Halbjahres wollen die Münchener am 3. August vorlegen.