BMW Vision Car

Vision Car Interieur und User-Interface der Zukunft, vorgestellt von BMW auf der CES 2016 in Las Vegas. Foto: BMW Group.

Zu Beginn der Elektronikmesse CES in Las Vegas am Dienstag stellte das Unternehmen vor dem Hintergrund ein zweisitziges Konzeptfahrzeug mit großen Displays und neuartigen Interaktionsmöglichkeiten vor. Kunden können mit Hilfe der Fahrzeugtechnik etwa Video-Telefonate führen, während das Auto autonom fährt.

BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich bezeichnete das Fahrzeug als "Vision für eine nicht sehr ferne Zukunft". "Ich glaube, wir sollten das Auto so schnell wie möglich bauen", sagte er. Den Wagen sieht BMW auch als Komponente einer als "BMW Connected" bezeichneten Technik, mit der der Hersteller seine Fahrzeug und etwa Smartphones miteinander verbinden will. Die offenkundig auf eine Verbindung zu Cloud-Servern angewiesene Technik lernt nach den Worten von Fröhlich auch aus den Verhaltensweisen des Autobesitzers und macht darauf basierende Vorschläge. Es gibt Autonutzern mit mehreren Fahrzeugen etwa basierend auf den anstehenden Terminen Tipps für die Wahl eines bestimmten Wagens.

BMW und andere Autohersteller bemühen sich seit einiger Zeit, durch eigene Ideen mit Technologiekonzernen wie Google und Apple mitzuhalten. Dies wird angesichts der Entwicklung immer selbständiger fahrender Autos nach Ansicht von Experten weiter an Bedeutung gewinnen: Autohersteller drohen an Bedeutung zu verlieren, wenn ihre Kunden während der Fahrt etwa Smartphones nutzen können.

 

BMW wird selbstfahrende Autos nicht anbieten, solange keine klaren Haftungsregeln für die neue Technik bestehen. Das sagte der Entwicklungsvorstand des Autoherstellers, Klaus Fröhlich, am Dienstag bei der Elektronikmesse CES in Las Vegas. Zwar lasse sich die Zahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr durch autonom fahrende Autos seiner Einschätzung nach um rund 80 bis 90 Prozent reduzieren, sagte Fröhlich. Die verbleibenden Unfälle bedeuteten nach dem aktuellen Stand der Gesetze aber ein großes Haftungsrisiko für die Autohersteller. Insbesondere in den USA sei die Gefahr von Klagen groß. Fröhlich forderte deshalb, eindeutige Anforderungen an die Autopilot-Technik festzulegen. Halten Autohersteller den damit beschriebenen Stand der Technik ein, sollten den Unternehmen nach Ansicht von Fröhlich keine Schadensersatzforderungen drohen.

Viele Autohersteller sehen sich schon heute technisch in der Lage, Autos in bestimmten Situationen voll automatisch fahren zu lassen. In Serienfahrzeuge baut etwa BMW bislang aber nur sogenannte Assistenzsysteme ein. Sie können zwar automatisch bremsen und vor allem auf der Autobahn auch selbständig beschleunigen. Der Fahrer muss aber stets das Lenkrad in der Hand behalten. Lenkbewegungen übernimmt etwa BMWs Spitzenmodell 7er bislang nur bei großen Kurvenradien. Vergleichsweise weit geht die viel beachtete Autopilot-Technik des US-Sportwagenherstellers Tesla. Sie übernimmt auf der Autobahn auch Überholmanöver.

Zurückhaltung beim autonomen Fahren

Angesprochen auf die Tesla-Technik reagierte BMW-Vorstand Fröhlich in Las Vegas aber mit deutlicher Kritik. Optischen Systemen, wie sie Tesla vor allem einsetzt, seien klare Grenzen gesetzt, sagte er. BMW würde eine solche Technik nicht zur automatischen Steuerung "auf die Kunden loslassen", sagte Fröhlich. Auf die Frage, ob der Hersteller damit nicht aus Sicht der Kunden in Rückstand etwa gegenüber Tesla gerät, sagte der BMW-Vorstand, es sei "ein Vorteil, das abzuliefern, was wir versprechen". Offenkundig mit Blick auf Tesla sagte Fröhlich auch, ein Unternehmen, das fast 15 Jahre lang Verluste einfahre, sei für ihn "keine erfolgreiche Firma".

Trotz der vor allem juristischen Sorgen bereiten sich die BMW-Entwickler auf eine Zukunft mit autonom fahrenden Fahrzeugen vor. Bei der CES zeigen sie vor allem ein zweisitziges Konzeptfahrzeug mit großen Displays und neuartigen Interaktionsmöglichkeiten. Das Auto, das optisch an den Elektrosportwagen i8 erinnert, sehen sie als Teil eines "BMW Connected" bezeichneten Konzepts, mit dem der Hersteller seine Fahrzeuge und etwa Smartphones miteinander verbinden will. Durch die Technik können Autonutzer ihren Wagen per Smartphone vorfahren lassen. Auf den Displays des Konzeptwagens können sie zum Beispiel Video-Gespräche führen, während das Fahrzeug automatisch fährt.