Wirtschaftsminister Rainer Brüderle will den Fachkräftemangel bekämpfen (Bild: BMWi).

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle will den Fachkräftemangel bekämpfen (Bild: BMWi).

Bundeswirtschaftsministerium, VDMA und IG Metall haben gemeinsame Aktionen vereinbart, um Innovationen bei KMU zu fördern und Schüler für Technik zu begeistern. Grundlage dafür ist ein gemeinsames Positionspapier „Zukunftsfähigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus“

Gunnar Knüpffer

BERLIN. VDMA, IG Metall und Bundeswirtschaftsministerium wollen dazu beitragen, dass eine wettbewerbsfähige Industrie in Deutschland gestärkt und langfristig gesichert wird. Deshalb haben sie mit einem gemeinsamen Positionspapier „Zukunftsfähigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus“ einen Branchendialog eröffnet. Im Folgenden sind die Kernpunkte des Positionspapiers zusammengefasst:
Der internationale Wettbewerbsdruck nimmt insbesondere aus Asien massiv zu. Gleichzeitig verlangen Klimawandel, Ressourcenknappheit, demographische Entwicklung, europäische Integration  und Verschiebungen in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen auch vom Maschinenbau neue Antworten und innovative technische Lösungen. Gemeinsame Anstrengungen müssen darauf abzielen, dass der Maschinenbau ein attraktiver Arbeitgeber bleibt, seine wissenschaftlich-technische Basis gestärkt und weiterentwickelt wird sowie verlässliche Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Branche mit Produktion in Deutschland gewährleistet sind.
Ohne ausreichendes Potenzial an klugen Köpfen, Wissen, Erfahrung und Können wird es zunehmend schwierig, im Wettbewerb der Produktions- und Innovationsstandorte mitzuhalten. Die Partner haben das Ziel, dass die junge Generation eine Chance auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz hat – auch die Jugendlichen, deren Qualifikation nicht den Anforderungen entspricht. Auch Zuwanderung soll helfen, dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel zu begegnen. Ferner wird eine alternsgererechte, lernfördernde und gesundheitsverträgliche Arbeitsorganisation gefordert. Zudem sollen Schulen frühzeitig technische Inhalte vermitteln und für Technik begeistern. Vereinbart ist, dass sich VDMA, IG Metall und BMWi gemeinsam für eine stärkere Technikförderung in der Schule engagieren, um Interesse am Umgang mit Technik bei Schülern zu wecken. Ziel ist es, ein wirklichkeitsnahes Bild von der Vielfalt technischer Entwicklungen und Tätigkeiten sowie ihrer Bedeutung im Alltag zu vermitteln.
Technische Exzellenz bei Produkten und Produktionsverfahren des Maschinenbaus ist notwendig, um an heimischen Standorten wettbewerbsfähig zu produzieren und einen hohen Lebensstandard zu sichern. Dafür wird  ein leistungsfähiges Innovationssystem benötigt. Angestrebt werden strategische Forschungsverbünde zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die konsequente Erhöhung der Forschungsinvestitionen ist fortzusetzen und der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis zu verbessern, um das Barcelona-Ziel einer F&E-Quote von 3 % zu erreichen. Auch soll die Projektförderung im Bereich der Produktionsforschung und themenoffener Forschungsprogramme ausgebaut werden.
Konkret vereinbart haben VDMA, IG Metall und BMWi eine enge Zusammenarbeit in der Technologieförderung, um die Entwicklung und Verbreitung innovativer Technologie insbesondere im Mittelstand zu stimulieren. Unternehmen sollen noch besser über Förderprogramme informiert und unternehmensübergreifende Kooperation gestärkt werden.
Die Partner werden ein Symposium mit KMU zum Thema Produktionstechnologien organisieren,  das sich mit dem künftigen Forschungsbedarf von KMU beschäftigt. Es wird diskutiert, wie die Produktionstechnologien von KMU mittelfristig verbessert und gestärkt werden können.