Weil Siemens mit Russland Geschäfte machte, soll der US-Geheimdienst NSA den deutschen BND um

Weil Siemens mit Russland Geschäfte machte, soll der US-Geheimdienst NSA den deutschen BND um Amtshilfe gebeten haben. - Bild: Siemens

Einem Medienbericht zufolge hat der US-Geheimdienst NSA mit Hilfe des Bundesnachrichtendiestes (BND) versucht, den Technologiekonzern Siemens auszuspähen.

Amerikanische Geheimdienststellen begründeten dies mit einer Vertragspartnerschaft zwischen Siemens und dem russischen Geheimdienst SSSN (ehemals FAPSI), schreibt die “Bild am Sonntag”. Danach soll Siemens nachrichtendienstliche Kommunikationstechnologie geliefert haben.

Angebliche Partnerschaft mit dem russischen Geheimdienst SSSN

Ein Konzernsprecher habe sich nicht zum Geschäft mit den Russen geäußert und der Zeitung lediglich gesagt: “Siemens sind keinerlei Fakten im Verantwortungsbereich des Unternehmens bekannt, die eine Motivation von nachrichtendienstlicher Seite nachvollziehbar machen würde.”

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat Medienberichten zufolge inzwischen die Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst NSA offenbar drastisch eingeschränkt. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung (SZ), NDR und WDR werden seit Beginn der Woche in der Station in Bad Aibling keine Internet-Verkehre, die bislang an den US-Geheimdienst weitergeleitet wurden, mehr erfasst.

Zuvor habe der BND in Absprache mit dem Kanzleramt eine Forderung an die USA übermittelt: Zu jeder Person oder Institution, die die NSA an die Deutschen übermittelt hatten, müsse eine ausdrückliche Begründung für die Überwachung geliefert werden. Die Aufforderung sei eine Reaktion auf die jüngsten Enthüllungen gewesen, hieß es. Danach habe die NSA die Station offenkundig dazu missbraucht, europäische Politiker, EU-Institutionen und Spitzenbeamte befreundeter europäischer Staaten zu überwachen. Nach kurzer Prüfung habe die NSA erklärt, keine Begründungen liefern zu können.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke