Dreamliner-Montage: Boein will die Produktion über eine Optimierung der Zulieferkette optimieren. - Bild: Boeing

Dreamliner-Montage: Boein will die Produktion über eine Optimierung der Zulieferkette optimieren. - Bild: Boeing

Der Konzern hat zusätzliche Deals mit Herstellern von Flugzeugsitzen vereinbart, unter anderem auch mit einem Spezialisten für die Business-Klasse.

Wie Boeing mitteilte, wird die japanische Jamco Corp Premium-Sitze für den Großraumflieger 787 Dreamliner liefern. Ein Deal mit dem kalifornischen Unternehmen Lift über Sitze für die Economy-Klasse wurde ausgeweitet.

Die meisten Fluggesellschaften kaufen Sitze und andere Innenausbauten wie Waschräume und Inflight-Entertainment-Systeme direkt vom Hersteller und lassen diese zum Einbau an den Flugzeugbauer liefern. Wegen der erhöhten Flugzeugproduktion kommen jedoch die Fertigungspläne beizeiten durcheinander.

Boeing und Rivale Airbus bauen ihre Partnerschaften mit Sitzherstellern aus, um mehr Kontrolle über ihre Lieferketten zu gewinnen. Sie wollen so vermeiden, dass halbfertige Jets am Boden bleiben und auf ihre Fertigstellung warten müssen.

Der US-Konzern hat bereits im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit Lift über Sitze für die Economy-Klasse für den 737 Max geschlossen. Lift hat sich dabei gegen so gewichtige Konkurrenten wie B/E Aerospace and Zodiac Aerospace durchgesetzt.

Laut Boeing können die Fluggesellschaften nach wie vor Sitze direkt bei ihren Partnern bestellen. Boeing biete seinen Kunden mit seinen eigenen Vereinbarungen jedoch eine größere Einflussnahme auf das Design der Produkte und eine größere Sicherheit, dass diese Produkte auch pünktlich geliefert werden, so der Konzern.

Der Sitz als Wettbewerbsfaktor der Airlines

Die erhöhte Flugzeugproduktion habe zur Gründung von rund 20 Sitzherstellern geführt, sagte Elijah Dobrusin von der Lift-Muttergesellschaft Encore. Dabei seien die Markteintrittsbarrieren in der Branche wegen der hohen regulatorischen Anforderungen hoch.

Die gesicherte Lieferung sei so wichtig wie der Preis und die Ausstattung geworden, so Dobrusin. Sein Unternehmen schrecke vor einer Just-in-Time-Produktion zurück, stattdessen halte man Lagerbestände für mehrere Wochen vor, um sicherzustellen, dass die durch die erhöhte Produktion des 737 Max steigende Nachfrage auch erfüllt werden kann.

Engpässe gibt es besonders bei Sitzen für die Business-Klasse, die pro Stück bis zu 100.000 US-Dollar kosten können. Mit der Ausstattung der Sitze wollen sich die Fluggesellschaften von der Konkurrenz abheben. Jamco, bereits Hauptzulieferer für andere Teile der Innenausstattung beim Dreamliner wie Bordküchen und Waschräume, produziert auch Sitze für den rivalisierenden Airbus A350.