Tesla, Elektroauto

Ein Tesla Model S wird via Stromkabel aufgeladen. Die Elektroautomarke ist mittlerweile an der Börse mehr wert als GM. - Bild: Pixabay

Die Aktie des im kalifornischen Palo Alto ansässigen Unternehmens stieg am Montagvormittag (Ortszeit New York) bis auf 313,73 Dollar und katapultierte den Marktwert von Tesla damit auf gut 51 Milliarden Dollar. Die Detroiter GM kam beim Hoch vom Vormittag auf 50,89 Milliarden, Ford Motor auf 44,95 Milliarden, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires berichtet.

Beflügelt wurde die Tesla-Aktie unter anderem durch einen Bericht des Analysten Piper Jaffray, wie die Nachrichtenagenturen AFP und DPA berichten. Der hatte dem E-Auto-Hersteller die Fähigkeit attestiert, die Begeisterung von Investoren und Verbrauchern zu wecken. Tesla hatte zu Jahresbeginn seinen Absatz deutlich steigern können.

Im ersten Quartal lieferte das Unternehmen 25.418 Fahrzeuge aus, das waren 69 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Juli will Tesla mit der Produktion des Model 3 beginnen, das mit einem Startpreis von 35.000 Dollar erschwinglicher sein soll als die bisherigen Modelle.

Umwälzungen in der Autoindustrie

Dieser Meilenstein unterstreicht die erdbebengleichen Veränderungen in der Automobilbranche seit Unternehmen aus dem Silicon Valley eine Vision für den künftigen Verkehr verfolgen - darunter selbstfahrende Autos und Fahrzeuge auf Abruf. Traditionskonzerne könnte dies auf den Kopf stellen. Die enttäuschenden Verkaufszahlen der traditionellen Hersteller vom März heizten die Sorgen der Investoren zusätzlich an, dass der profitable US-Markt für neue Pkw stagniert.

GM habe eine Reihe starker Finanzergebnisse geliefert, schrieb eine Sprecherin von GM. Das Unternehmen konzentriere sich weiter darauf, hervorragende Ergebnisse zu liefern und Kapital dort einzusetzen, wo es die höchsten Erträge bringe, um den Wert für die Aktionäre zu steigern. Tesla wollte keinen Kommentar abgeben.

Gemessen am Marktanteil belegt GM weiter Platz eins in den USA. Laut Autodata lag er 2016 bei 17,3 Prozent. Tesla brachte es auf 0,2 Prozent, schlug damit aber immerhin noch Ferrari und Maserati.

Das Lustige an der Beschäftigung mit Tesla sei, dass alles passieren könne, sagte Chaim Siegel, Analyst bei Investing.com. Er steht damit, ungeachtet der Verluste und der hohen Schulden von Tesla, nicht alleine da. "Das Potenzial ist riesig, die Hoffnungen sind riesig."

Doch selbst die optimistischeren Analysten sind überrascht über die jüngste Bergfahrt von Tesla. Überrascht habe vor allem der schnelle Anstieg auf über 300 Dollar, sagte Adam Jonas, Analyst bei Morgan Stanley, der das Ziel bisher bei 305 Dollar sah. Technische Faktoren hätten mehr Gewicht als fundamentale, meinte er. In diesem Jahr ist der Tesla-Kurs bereits um mehr als 40 Prozent in die Höhe geschnellt.

Noch keinen Gewinn erwirtschaftet

Trotz des Höhenflugs an der Börse darf man eines jedoch nicht vergessen: Tesla hat seit Gründung 2003 noch nie einen Jahresgewinn erwirtschaftet. In den vergangenen fünf Jahren summierten sich die Verluste auf rund 2,3 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: In diesem Zeitraum verdiente Ford etwa 26 Milliarden Dollar.

Die Ziele von Tesla-Boss Musk sind gleichwohl ehrgeizig. Er will die Jahresproduktion bis 2018 von zuletzt knapp 84.000 auf 500.000 Fahrzeuge steigern. 2020 will er die Millionenmarke knacken. Vom Nischenanbieter zum Volumenhersteller zu werden, erfordert jedoch Risiko für den Aufbau einer entsprechenden Fertigungsplattform. Das Vertrauen der Börse erklären Analysten auch mit dem Kalkül, dass Tesla von einem größeren Rivalen übernommen werden könnte, sollten diese Ambitionen scheitern.

Mit Material von Dow Jones Newswires