Tesla

Teilautomatisiertes Fahren im Tesla Model S. - Bild: Auto-Medienportal.Net/ADAC/Uwe Rattay

Möglicherweise hatte der E-Autohersteller seine Veröffentlichungspflichten gegenüber Investoren verletzt. Die Regulierer nehmen jetzt Teslas Umgang mit brisanten Informationen unter die Lupe.

Am 7. Mai wurde der 40-jährige Fahrer Joshua Brown getötet, als er auf einem Highway in Florida mit einem Lkw kollidierte. Tesla schaltete umgehend die Verkehrsbehörde NHTSA ein. Es stellte sich heraus, dass das Fahrzeug die Autopilotfunktion von Tesla nutzte, mit der unter gewissen Bedingungen autonom gefahren werden darf. Doch Tesla unterließ es, seine Investoren in einer Pflichtmitteilung über den tödlichen Vorfall zu unterrichten.

Verkehrsbehörde prüft Autopilot-Technologie auf Herz und Nieren

Die Highway-Sicherheitsbehörde untersucht jetzt die Autopilot-Technologie. Es dreht sich auch um die Frage, ob es sich um ein systemisches Problem in der Entwicklung autonom fahrender Autos handelt, wie ein Behördensprecher erklärte. Dagegen geht es der SEC darum, ob ein für die Aktionäre "wichtiges" Ereignis vorlag. Noch sei die Untersuchung der Börsenaufseher aber in einem frühen Stadium, versicherte der Insider.

Tesla selbst räumte bei früheren Pflichtmitteilungen ein, dass erfolgreiche Schadensersatzforderungen an die eigene Firma in Bezug auf deren Technologie die Finanzlage des Konzern beeinträchtigen können. Zuletzt hieß es: Solch eine Anschuldigung könne einen Imageschaden für die eigenen Produkte und das Geschäft bedeuten, sich auch negativ auf die Marke, die Unternehmensaussichten sowie operativen Ergebnisse auswirken.

War der Unfall für die Börsianer wirklich "wichtig"?

Tesla bestreitet, dass diese Aussagen in Zusammenhang mit dem Unfall vom 7. Mai stünden. Man habe nur das Offensichtliche ausgesprochen. Laut Finanzmarktexperten existiert auch kein klar definierter Standard dafür, ob der Unfall "wichtig" genug war, um eine Pflichtmitteilung erforderlich zu machen. Er sei "sehr skeptisch", ob ein Gericht den Vorfall als "wichtiges" Ereignis einstufen würde und Teslas Verhalten als Verstoß gegen Wertpapiergesetze, meint Jura-Professor Adam Pritchard von der Universität Michigan.

"Die Reaktion der Aktie - die Tatsache, dass der Kurs sich so schnell erholte - dürften die meisten Gerichte als Beleg dafür akzeptieren, dass es nicht wichtig war." Zudem handele es sich um eine Technologie im Entwicklungsstadium. Da gebe es auf dem Weg zur Umsetzung hin Probleme.

Die Frage, ob Pflichtmitteilung oder nicht, sei für die Tesla-Manager eine sehr schwere Abwägung gewesen, erläutert Jura-Professor Erik Gerding von der Universität in Colorado. "Eine konservative Entscheidung wäre gewesen, es sofort zu melden." Diese Information könne wichtig gewesen sein, wenn der Unfall eine generelle Skepsis in Bezug auf Tesla-Autos nach sich ziehe.

Die Top 10 der innovativsten Premium-Automobilhersteller

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Porsche, Ranking, CAM

    Porsche erreicht Rang 10 des Rankings der innovationsstärksten Premium-Hersteller des Center of Automotive Management. Beispielsweise leistet die Facelift-Version des 911 Carrera 4S Cabrio 420 PS (+5%) und verbraucht mit 8,0 l/100km 13% weniger Kraftsstoff. Erreicht wird dies durch eine neue Motorengeneration (6-Zylinder-Boxer) mit Bi-Turboaufladung, auf 3,0l verkleinerter Hubraum, beidseitig adaptive Ventilsteuerung, abschaltbare Wasserpumpen und Klimakompressoren. - Bild: Porsche

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Lincoln, Ranking, CAM

    Das Abstandsregeltempomat des Continental von Licoln verfügt nun über eine Stop & Go-Funktion, das heißt, das Fahrzeug kann dem Vordermann bis zum kompletten Stillstand folgen, und anschließend von alleine wieder die Fahrt aufnehmen. Geplanter Marktstart Sommer 2016. Lincoln schafft es mit derartigen Innovationen auf Rang 9. - Bild: Lincoln

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Ranking, Cadillac, CAM

    Der CT6 von Cadillac verfügt über einen Parklenk-Assistenten mit Bremsfunktion. Der CT6 ist in den USA ab November 2015 bestellbar und steht im- März 2016 bei den Händlern. Cadilliac gelangt mit Innovationen wie dieser auf Rang 8. Bild: Cadillac

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Ranking, Landrover, CAM

    Ähnlich eines Tempomats hält das ATPC das Tempo auch bei niedrigen Geschwindigkeiten zwischen 2 und 30km/h konstant. Das System passt das Fahrverhalten des Fahrzeugs dem Gelände entsprechend an, so dass selbst unerfahrene Fahrer den Discovery von Landrover sicher durchs Gelände bewegen können. Zudem verfügt das System über eine Art Launch Control für rutschige Untergründe, damit wird gewährleistet, dass das Fahrzeug selbst auf Eis, Schnee oder feuchtem Gras langsam und stetig anfahren kann. Landrover belegt Platz 7 des Rankings des CAM. - Bild: Landrover

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Ranking, Volvo, CAM

    Der Volvo S60 L PHEV wird von einem 2,0-l-Turbobenziner mit 238 PS in Verbindung mit einem 8-Gang-Automatikgetriebe inkl. integriertem Starter-Generator und einem 68 PS starken Elektromotor angetrieben (175+50 kW, 350+200 Nm). Die Systemleistung beträgt 306 PS. Als Akku dient eine 11,2 kWh Li-Io-Batterie, die unter dem Kofferraumboden verbaut ist. Der durchschnittliche Verbrauch beträgt rund 2 l/100 km, der CO2-Ausstoß liegt bei 49 g/km. Der Akku lässt sich in 4 bis 4,5 Stunden an einer 230V-Steckdose aufladen. Im Pure-Modus kann das Fahrzeug bis zu 53 km rein elektrisch fahren. Das Fahrzeug ist der erste Plug-In-Hybrid in der Mittelklasse mit Benzinantrieb bei Volvo (vgl. VW 2015, Passat GTE). Die Marke Volvo erobert Platz 6 des Rankings. - Bild: Volvo

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Ranking, Jaguar, CAM

    Der neue XF verfügt erstmals bei Jaguar über eine kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung inklusive Geschwindigkeitswarnung. Wird eine erkannte Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten, erfolgt ein optisches Warnsignal. Das System passt das Tempo bei einer Änderung der erlaubten Höchstgrenze durch sanftes Beschleunigen oder Abbremsen automatisch an. Porsche sichert sich Platz 5 des Rankings. - Bild: Jaguar

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Ranking, Tesla, CAM

    Die elektrisch angetriebenen Flügeltüren des Model X erfassen mit Hilfe von speziellen Ultraschall-Sensoren Hindernisse in der unmittelbaren Umgebung, und stellen ihren Öffnungsbogen dementsprechend so ein, dass sie bspw. zu dicht geparkte Fahrzeuge nicht berühren. In sehr engen Parklücken (bis 30 cm Abstand) öffnen sich die beiden zweigeteilten Flügeltüren dann mehr nach oben hin und verkleinern damit ihre Spannweite. Bei sehr niedrigen Decken öffnen sich die Türen entsprechend anders. Die vorderen Türen öffnen und schließen ebenfalls elektrisch und sind auch mit Ultraschall-Sensoren ausgestattet, sie stoppen beim Öffnen rechtzeitig vor einem erkannten Hindernis. Das Besondere an den eigens entwickelten Ultraschall-Sensoren ist, ihre Fähigkeit auch durch Metall hindurch zu funktionieren, dadurch können sie - von außen nicht sichtbar - in die Türen verbaut werden. Tesla ist erstmals im Ranking vertreten und erobert gleich Platz 4. - Bild: Tesla

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Ranking, BMW, CAM

    Erstmals wird im neuen 7er Laserlicht mit BMW Selective Beam, einem blendfreien Fernlichtassistenten, kombiniert. Im Fernlichtmodus leuchtet das Licht bis zu 600 m weit. Die Laserdioden und Reflektoren zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise und ein niedriges Gewicht aus. hre Energieeffizienz fällt um rund 30 Prozent höher aus als bei den LED-Scheinwerfern. BMW liegt auf Rang 3 im Ranking. - Bild: BMW

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Ranking, Mercedes, CAM

    Der Ausweich-Lenk-Assistent der Mercedes E-Klasse unterstützt den Fahrer beim Ausweichen durch zusätzliche Lenkmomente, die dem Fahrer helfen, einem Fußgänger kontrolliert auszuweichen. Zudem wird das Geradestellen des Fahrzeugs erleichtert. Gibt es an einem übersehenen Stau-Ende keine Ausweichmöglichkeit, leitet das Auto eine Vollbremsung ein. Mercedes belegt den 2. Platz im Ranking der innovationsstärksten Premiumhersteller. - Bild: Daimler

  • Innovation, Premium, Automobilhersteller, Ranking, Audi, CAM

    Das Ausstiegswarnsystem des Q7 von Audi nutzt die Sensoren des Totwinkel-Assistenten: Wird der innere Türgriff bewegt, wird überprüft, ob sich ein Radfahrer o.ä. von hinten in gefährlichem Abstand nähert. In diesem Fall wird der Fahrer optisch und akustisch gewarnt. Audi sichert sich dank seiner Innovationen Position 1 im Ranking der innovationsstärksten Automobilhersteller im Premium-Bereich. - Bild: Audi

Autoproduzenten informieren Börse primär bei Rückrufen und Schadensersatzklagen

Autohersteller verzichten häufig auf die Veröffentlichung tödlicher Unfälle, die sich allein in den USA im Jahr 2015 auf 35.000 beliefen. Dagegen gehen die Autobauer regelmäßig an die Öffentlichkeit, wenn sie ihre Fahrzeuge zurückrufen müssen oder Schadensersatzklagen anstehen.

In Teslas Fall wird die Lage dadurch verkompliziert, dass der Konzern seine neue Autopilot-Funktion so aggressiv beworben hatte. Demnach handele es sich um das beste selbstfahrende System der Welt, so das Unternehmen. Investoren griffen nicht zuletzt bei Tesla-Papieren deswegen zu, da sie dem Unternehmen von Milliardär Elon Musk einen gehörigen Technikvorsprung zu Gute halten. Musk selbst mahnt zur Vorsicht beim Einsatz des Autopiloten, wirbt aber zugleich aggressiv für das Produkt und dessen Fähigkeiten.

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