Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH: Das Unternehmen sieht

Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH: Das Unternehmen sieht bereits Rückgänge bei den Aufträgen in Europa und den USA (Bild: Bosch).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Nachdem die Euro-Staaten im Juli ein großes Paket geschnürt hatten, bestand gute Hoffnung, dass sich die Finanzmärkte wieder beruhigen wurden. Aber das Gegenteil ist der Fall. Das Chaos ist größer geworden und damit auch die Krise”, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH in der “Welt am Sonntag”.

Er befürchte daher, dass die Krisenstimmung die Nachfrage beeinträchtige. “Wir können heute eine Rezession nicht mehr ausschließen, wenn die Menschen weiter so verunsichert werden.” Für Bosch sieht Fehrenbach bereits einen ersten Rückgang bei den Auftragseingängen: In Europa durch die Schwache in den südeuropäischen Märkten, aber auch in den USA. “Dort hat die Konjunktur nicht wie gewünscht gezündet, das Land weist weiterhin ein enttäuschend geringes Wachstum auf.” In China werde dieses Jahr die Zahl der Autos voraussichtlich nur noch um 3% steigen. “Das Wachstum dort wird von der Regierung gezielt gebremst”, sagte der Manager.

Forderungen nach einer Investitionsoffensive der deutschen Wirtschaft für Griechenland, so wie sie der Bundeswirtschaftsminister jüngst anregt hatte, erteilt Fehrenbach eine Absage. “Mit Sparen und Finanzhilfen allein ist es nicht getan, wir brauchen einen europäischen Marshall-Plan, um Griechenland wieder auf die Beine zu bekommen”, sagte er. Sollte man sich beispielsweise für einen Ausbau der Photovoltaik entscheiden, was sich in Griechenland lohne, dann sollten die Firmen, die diese Anlagen aufstellen, auch vor Ort produzieren, regt der Bosch-Chef an.

“Da würden wir mitmachen. Aber zu verlangen, dass Bosch in Griechenland irgendwelche Zulieferteile für die Autoindustrie produziert und das im Wettbewerb zu Standorten wie Polen, Ungarn oder Rumänien, ist derzeit völlig unrealistisch.” Bosch produziere in Griechenland im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens mit Siemens und werde das auch künftig tun. “Aber bei den gegenwärtigen Bedingungen würden wir kein Werk mehr dort bauen”, sagte Fehrenbach.