Bosch Unternehmen

Bosch belasten derzeit hohe Vorleistungen für den Aufbau neuer Geschäftsfelder und für die Entwicklung der Elektromobilität, zusammen insgesamt fast 1 Milliarde Euro jährlich. - Bild: Bosch

"Bei der Konjunktur haben wir keinen Rückenwind", sagte Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Schon bei der Bilanzvorstellung im April hatte Bosch eingeräumt, dass das Umsatzwachstum wegen der konjunkturellen Entwicklung eher am unteren Ende der Spannbreite von drei bis fünf Prozent liegen werde.

Die Prognose will der Stellvertreter von Konzernchef Volkmar Denner aber noch nicht kassieren. Die Rendite soll nach wie vor stabil gehalten werden. Bosch hatte 2015 über 70 Milliarden Euro umgesetzt und ein Ergebnis 3,5 Milliarden Euro nach Steuern erzielt.

Den Konzern belasten derzeit hohe Vorleistungen für den Aufbau neuer Geschäftsfelder und für die Entwicklung der Elektromobilität, zusammen insgesamt fast 1 Milliarde Euro jährlich. "Es gibt bei Bosch Themen, für die wir hohe Vorleistungen erbringen müssen. Wir überlegen dabei immer gut, ob wir uns das leisten können und wollen", sagte der 60-Jährige Bosch-Manager. Der Konzern verfügt allerdings über eine Liquidität von 14,5 Milliarden Euro.

Auch der Abgasskandal beim Kunden Volkswagen kann noch teuer für Bosch werden. "Wir haben im Jahresabschluss 2015 für rechtliche Risiken unter anderem im Zusammenhang mit der Software in Diesel-Motorsteuergeräten 650 Millionen Euro zusätzlich zurückgestellt. Wir bewerten das laufend weiter", betonte der Finanzchef. In den USA zeichnen sich derzeit Zivilprozesse gegen Bosch wegen Beihilfe zur Abgasmanipulation ab. Bosch hatte die Software zur Motorsteuerung an Volkswagen geliefert, die die Wolfsburger manipuliert haben. "Bosch beabsichtigt, sich in den Zivilgerichtsverfahren weiterhin entschieden gegen die erhobenen Ansprüche zu verteidigen", sagte Asenkerschbaumer weiter.