Besonders deutlich legte beim Automobilzulieferer Bosch die Sparte Kraftfahrzeugtechnik zu, die um

Besonders deutlich legte beim Automobilzulieferer Bosch die Sparte Kraftfahrzeugtechnik zu, die um 7% wuchs (Bild: Bosch).

von Ilka Kopplin, Dow Jones

(ks). Im laufenden Jahr will das Stuttgarter Unternehmen Umsatz und Ergebnis weiter verbessern. Dabei helfen soll vor allem die Weiterentwicklung der Strategie mit Blick auf die vernetzte Welt. “Es war kein einfaches Jahr für Bosch. Es wurden schwierige, aber notwendige Entscheidungen getroffen”, sagte Vorstandschef Volkmar Denner am Dienstagabend während eines Kamingesprächs mit Journalisten in Stuttgart. Dazu zählte Denner vor allem den Ausstieg aus der wettbewerbsintensiven Solarbranche. Aber auch der Verkauf des Pneumatikbereichs an die deutsch-skandinavische Beteiligungsgesellschaft Triton sowie die Neuaufstellung im Bereich der Batterietechnik gemeinsam mit Mitsubishi und GS Yuasa nannte Denner.

Deshalb zeigte sich der Manager erfreut, dass Bosch trotz des nach wie vor schwierigen konjunkturellen Umfelds in einigen Ländern den Umsatz im Rahmen der Prognose von 2% bis 4% habe steigern und auch das Ergebnis verbessern können. Insgesamt erwirtschaftete das in Stiftungsbesitz befindliche Unternehmen nach vorläufigen Zahlen einen um Bilanzierungseffekte bereinigten Umsatz von 46,4 Mrd Euro, was einem Plus von 2,7% entspricht.

In vielen Bereichen sei man ordentlich gewachsen. Dazu zählte Denner beispielsweise die Sparte Kraftfahrzeugtechnik, die um 7% auf 30,7 Mrd Euro stärker als ursprünglich angenommen zulegen konnte. Negativ hatten sich dagegen die Geschäfte in der Sparte Industrietechnik, beispielsweise mit dem Maschinenbau, entwickelt. Dort ging der Umsatz um etwa 10% auf 6,8 Mrd Euro zurück.

Zusätzlich machten dem Konzern nach Aussage Denners vor allem Währungseffekte zu schaffen, wozu unter anderem der starke Euro zählte. Insgesamt belasteten die Währungseffekte den Umsatz mit rund 1,5 Mrd Euro. Bereinigt um die negativen Wechselkurseffekte hat der Umsatz demnach um 6% zugelegt.

Wie sehr sich diese negativen Effekte auch auf das Ergebnis ausgewirkt haben, wird sich erst mit Vorlage der detaillierten Zahlen auf der Bilanzpressekonferenz zeigen. Fest steht jedoch schon jetzt, dass im vergangenen Jahr einmal mehr die defizitäre Solarsparte für massive Belastungen des Gewinns gesorgt hat.

Vor Zinsen und Steuern blieben ergebnisseitig rund 3 Cent pro erlöstem Euro übrig. Bereinigt um Solar Energy kletterte die operative Marge um etwa einen Prozentpunkt auf rund 6%. In absoluten Zahlen bezifferten die Stuttgarter die negativen Effekte durch die Solar-Sparte allein im abgelaufenen Jahr auf 1,3 Mrd Euro. Insgesamt summieren sich damit seit Einstieg in das Geschäft die Folgen der schwachen Umsatzentwicklung, Abschreibungen auf den Bereich und operative Verluste auf rund 3,7 Mrd Euro.

Vor allem zum Solargeschäft musste sich die Geschäftsführung denn auch viele Fragen gefallen lassen. Derzeit befindet sich Bosch kurz vor Abschluss des Verkaufsprozesses mit dem Bonner Hersteller Solarworld für einen Großteil der Photovoltaikproduktion im thüringischen Arnstadt. Beide Unternehmen hatten im November einen Vertrag über den Eigentümerwechsel unterschrieben, die Kartellbehörden haben den Deal schon abgesegnet.

Ob Bosch den Bonnern für die Übernahme des Geschäfts sogar eine Mitgift von bis zu 130 Mio Euro zahlt, wie das Wall Street Journal Deutschland kürzlich berichtet hatte, wollte Denner nicht kommentieren. “Wir haben mit Solarworld Stillschweigen vereinbart. Daran halte ich mich”, sagte der Vorstandschef.

Bosch hatte laut Denner immer beabsichtigt, beim Ausstieg aus der Solarbranche gründlich und Schritt für Schritt vorzugehen, anstatt eine schnelle Lösung zu finden. Den Vorwurf, dieser Weg komme den Stuttgartern teuer zu stehen, wollte er sich deshalb auch nicht gefallen lassen. “Dieser Weg, den wir gehen, ist nicht signifikant teurer als die sofortige Schließung”, betonte er.

Auch für ein weiteres Werk im französischen Vénissieux sowie die Tochter Aleo Solar, die restlichen Geschäfte der Solarsparte, soll es nach Aussage vom zuständigen Geschäftsführer Stefan Hartung “in den kommenden Wochen und Monaten” Neuigkeiten geben. Man befinde ich mit mehreren brancheninternen Interessenten in Gesprächen. “Das sind alles Spieler, die wissen, was sie tun”, betonte Hartung.

Denner betonte deshalb auch, dass das Gros der Belastungen durch die Solarsparte 2013 abgeschlossen sei. “Es wird schon so sein, dass auch 2014 noch Belastungen durch die Solartechnik anfallen, aber die werden sehr gering sein”, sagte er.

Insgesamt zeigte sich die Führungsriege mit den im vergangenen Jahr angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität zufrieden. Die Arbeit an der Kostenseite trage Früchte: “Trotz nur leichtem Umsatzanstieg hat sich das Ergebnis wie angekündigt deutlich verbessert”, sagte Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer.

Diesen Weg will Bosch auch im laufenden Jahr weiterverfolgen. Für 2014 erwartet das Unternehmen demnach ein Umsatzwachstum über dem Vorjahr und eine weitere Verbesserung des Ergebnisses. “Wir wollen 2014 einen weiteren Schritt in Richtung auf unsere Zielprofitabilität von acht% machen, einen Wert, den wir mittelfristig erreichen wollen”, betonte Denner. Wann das so weit sein könnte, wollte er nicht sagen.

Zukünftig will sich der Traditionskonzern noch stärker auf Produkte für relavante Zukunftstrends, wie die Vernetzung von internetfähigen Geräten und eine sich verändernde Mobilität konzentrieren. Dazu zählte Denner beispielsweise bestimmte Sensoren, die im Alltag für viele Zwecke eingesetzt werden können. Im vergangenen Jahr habe man viele neue Produkte entwickelt, bald sollen es noch mehr werden.