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Bosch hat 2016 beim Gewinn Einbußen verzeichnet. Außerdem soll dieses Jahr die Grundsatzentscheidung über den Bau einer Batteriefertigung fallen. - Bild: Bosch

Hohe Investitionen und nachteilige Wechselkurseffekte drückten das Ergebnis. Für das neue Jahr zeigt sich der Konzern zurückhaltend und warnt vor Risiken.

"Trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen haben wir 2016 unsere Wachstumsprognose erreicht", sagte Konzernchef Volkmar Denner. Bosch habe Milliardensummen angesichts des Wandels hin zur Elektromobilität und für Vernetzung investiert. Der Konzern befinde sich inmitten des "größten Transformationsprozesses der Unternehmensgeschichte".

Die enormen Vorleistungen, Bosch erhöhte die Investitionen in Forschung und Entwicklung 2016 auf 6,6 von 6,4 Milliarden Euro, schlagen sich auch in der Bilanz nieder. Das bereinigte operative Ergebnis sank trotz höherer Erlöse auf 4,3 von 4,6 Milliarden Euro. "Ohne diese negativen Effekte läge das operative EBIT 2016 auf Vorjahresniveau", erklärte Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer. Den Umsatz steigerte der weltgrößte Autozulieferer den vorläufigen Zahlen zufolge um 3,5 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt liegt der Zuwachs bei 5,4 Prozent.

Damit erfüllte Bosch das eigene Ziel: Der Stiftungskonzern hatte sich ein Umsatzplus von 3 bis 5 Prozent zum Ziel gesetzt und nach einem verhaltenen Jahresstart angekündigt, dass der Zuwachs am unteren Ende dieses Korridors liegen könnte.

Asien wächst überproportional

In den großen Märkten verzeichnete Bosch eine teils entgegengesetzte Entwicklung. Während in Europa die Umsätze um 3,4 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro zulegten - vor allem dank Polen und Großbritannien, sanken die Erlöse in Nordamerika um 2 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro. Außerordentlich gut lief es für Bosch im zweitwichtigsten Markt Asien-Pazifik: Hier stieg der Umsatz mit 8,1 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Angesichts des rasanten Wachstums habe Bosch im vergangenen Jahr in der Region auch schwerpunktmäßig Personal aufgebaut.

Wie schon im Vorjahr konnten die Schwaben im wichtigsten Geschäftsbereich am deutlichsten zulegen. Der Umsatz im Automobilgeschäft stieg um 5,5 Prozent auf 44 Milliarden Euro. Grund für das Wachstum waren Benzineinspritz-, Parkassistenz- oder Fahrerassistenzsysteme gewesen. Im Bereich Consumer Goods, zu dem unter anderen Haushaltsgeräte oder Elektrowerkzeuge gehören, erzielte der Stiftungskonzern ein Erlösplus von 2,8 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro. Schwächer lief es dagegen im Bereich Industrial Technology, wo die Umsätze um gut 5 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro sanken.

Gewinn und Rendite sollen steigen

Bosch-Chef Denner zeigte sich angesichts des herausfordernden Umfelds mit der Entwicklung der Gruppe ingesamt zufrieden. Für das laufende Jahr übte sich das Management noch in Zurückhaltung. Konjunkturellen Rückenwind dürfte es auch dieses Jahr nicht geben. Bosch will aber erneut schneller als die relevanten Märkte wachsen, zeigte sich CFO Stefan Asenkerschbaumer vorsichtig optimistisch. Das Weltwirtschaftswachstum sieht Bosch 2017 bei nur 2,3 Prozent. Das Ergebnis und die Umsatzrendite wollen die Stuttgarter verbessern.

Weiter beschäftigen werden Bosch dieses Jahr die Untersuchungen rund um den VW-Abgasskandal. In den USA, wo Bosch ebenfalls ins Visier der Behörden gekommen war, hat die Gruppe Ende vergangenen Jahres eine Grundsatzvereinbarung erzielt. Derzeit würden noch die Details der getroffenen Vereinbarung zur Beilegung zivilrechtlicher Forderungen verhandelt. Ende Januar sollen diese dem Gericht und dann der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die Schwaben haben Komponenten der Motorelektronik betroffener VW-Fahrzeuge entwickelt und sollen, so die Vorwürfe, frühzeitig von den Manipulationen gewusst haben.

Batteriefabrik ja oder nein?

Bosch will dieses Jahr die Grundsatzentscheidung über den Bau einer Batteriefertigung treffen. Sollte sich die Gruppe dafür entscheiden, müsste man aber bei der Zellfertigung "deutlich wettbewerbsfähiger" sein als die asiatischen Konkurrenten, betonte Bosch-Chef Volkmar Denner. Es seien dann Milliardeninvestitionen notwendig. "Wenn wir in Serie gehen, wollen wir besser sein als Tesla und Panasonic", erklärte Rolf Bulander, Chef des Bereichs Mobility Solutions.

Tesla hat mit seinem Partner Panasonic in den USA die weltgrößte Fertigung für Lithium-Ionen-Akkus gebaut. Bosch kooperiert bei der Batterieentwicklung seit mehr als drei Jahren mit der japanischen GS Yuasa und Mitsubishi in einem Gemeinschaftsunternehmen.