Auszubildende auf dem Weg von der "Werkbank zum Hörsaal" (Bild: Teamtechnik).

Auszubildende auf dem Weg von der "Werkbank zum Hörsaal" (Bild: Teamtechnik).

LOHR (pd). Bosch Rexroth fördert die berufliche Weiterqualifizierung seiner Auszubildenden. So erhalten Studierende der Ingenieurwissenschaften, die zuvor ihre Ausbildung beim Spezialisten für Antriebs- und Steuerungstechnologie abgeschlossen haben, finanzielle Unterstützung und Begleitung. Die Grundlage dafür bildet das Förderprogramm für Ingenieur-Nachwuchs (FINA), an dem sich mittlerweile neun Bosch Rexroth-Standorte in Deutschland beteiligen.
Das Unternehmen begleitet die Teilnehmer des Programms von der Ausbildung bis zum Bachelorabschluss. Schon vor dem Studium werden die Jungfacharbeiter bei der schulischen Weiterbildung zum Erreichen der Fachhochschulreife unterstützt. Ab dem ersten Semester erhalten die Studierenden dann monatlich ein Ausbildungsgehalt und absolvieren während der vorlesungsfreien Zeit Praktika in verschiedenen Abteilungen der jeweiligen Standorte. Damit halten die ehemaligen Lehrlinge nicht nur die Nähe zum Unternehmen, sondern vertiefen neben dem Studium auch ihre praktischen Kenntnisse. Das Programm, das 2008 als Pilotprojekt am Standort Lohr startete, hat sich mittlerweile unternehmensweit bewährt.

„Nicht selten erwacht der Wunsch zum Studium während der Ausbildung, weil dort die Möglichkeiten der einzelnen Berufsfelder greifbar werden“, so Dr. Ingo Rendenbach, Senior Vice President Human Resources bei Bosch Rexroth. „Wenn dann das Potenzial für ein Studium offensichtlich wird, wollen wir die jungen Menschen bei der Verfolgung ihres Ziels unterstützen. FINA hilft Nachwuchskräften, ihre berufliche und persönliche Qualifikation nicht aufgrund finanzieller oder perspektivischer Abwägungen aufgeben zu müssen.“

Deshalb garantiert das Förderprogramm allen Teilnehmern auch die Wiedereinstellung auf einem mindestens gleichwertigen Arbeitsplatz. FINA steht Auszubildenden offen, die im Anschluss an ihre technische Ausbildung ein Studium in der Fachrichtung Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik oder Gießereitechnik aufnehmen möchten. Neben dem Notendurchschnitt im Abschlusszeugnis ist eine positive Beurteilung aus dem Fachbereich sowie vom Ausbilder Hauptkriterium für die Aufnahme.

Ein gutes Beispiel ist Philipp Sitzler. Er nahm 2009 sein Maschinenbau-Studium an der Hochschule Esslingen auf – damals als erster FINA-Student am Standort Horb. “Ich war während des Studiums finanziell abgesichert und konnte mich voll und ganz auf das Studieren konzentrieren“, berichtet der gelernte Zerspanungsmechaniker, der seine Ausbildung in Horb absolvierte. „In den Praxisphasen habe ich mir ein gutes betriebliches Netzwerk aufbauen können und neben der Hochschule viel im Unternehmen gelernt. Mein Highlight war das Praxissemester in den USA, bei dem ich mich auch persönlich weiterentwickeln konnte.“

Neben Sitzler haben 53 Jungfacharbeiter seit 2008 ähnliche Erfahrungen sammeln können. Während im ersten Jahr sieben Zusagen gemacht wurden, soll die Zahl 2013 über alle neun Standorte hinweg auf 27 Studierende steigen. Außer Lohr und Horb beteiligen sich die Bosch Rexroth-Standorte Schweinfurt, Laatzen, Homburg, Erbach, Schwieberdingen, Nürnberg und Elchingen an dem Programm.