Bosch_Festkoerperzelle

Erste Muster einer Festkörperzelle: Laut Bosch besitzen sie das Potenzial, den hohen Anforderungen der Automobilindustrie an Dauerhaltbarkeit und Sicherheit gewachsen zu sein. - Bild: Bosch

Dazu trage auch der Kauf des US-Start-ups Seeo bei. "Die Festkörperzelle könnte eine entscheidende Durchbruchstechnologie sein", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner. Durch den Zukauf von Seeo verfüge Bosch nun über erste Musterzellen, die das Potenzial hätten, den hohen Anforderungen der Autoindustrie an Dauerhaltbarkeit und Sicherheit gewachsen zu sein.

Der entscheidende Durchbruch?

"Die Festkörperzelle könnte eine entscheidende Durchbruchstechnologie sein", sagt Denner. "Disruptive Start-up-Technik trifft auf das breite Systemwissen und die finanziellen Mittel eines Weltunternehmens."

Bis jetzt war das erklärte Branchenziel, im Laufe dieses Jahrzehnts die Energiedichte von Batterien zu verdoppeln und ihre Kosten zu halbieren. Bosch sieht das Potenzial, mit den neuen Festkörperzellen die Energiedichte bis 2020 mehr als zu verdoppeln und die Kosten nochmals deutlich zu senken. Ein vergleichbares Elektroauto, das heute 150 Kilometer weit fährt, könnte dann also mehr als 300 Kilometer ohne Aufladen zurücklegen – und weniger kosten.

Bosch verfügt über erste Muster

Zulieferer und Hersteller forschen seit Jahren an leistungsstärkeren Batterien. Zellen sind dabei ein wichtiger Baustein. Denn die Batterie eines Elektroautos besteht aus vielen Zellen, die zusammengeschaltet sind. Zellen sind damit ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung. Die Leistung eines Energiespeichers lässt sich mit verschiedenen Methoden verbessern. Beispielsweise spielt in der Zellchemie das Material der Plus- und Minuspole (Kathode und Anode) eine große Rolle.

Bei aktuellen Lithium-Ionen-Batterien ist die Energiedichte unter anderem dadurch limitiert, dass die Anode zu großen Teilen aus Graphit besteht. Durch die Festkörper-Technologie kann Bosch die Anode aus reinem Lithium fertigen, was die Speicherfähigkeit deutlich erhöht. Die neuen Zellen kommen zudem ohne Flüssigelektrolyt aus und sind somit nicht brennbar.

"Die reine Lithium-Anode ist ein großer Innovationssprung im Aufbau der Batteriezelle", sagt Denner. Bosch verfügt durch den Zukauf von Seeo Inc. nun über erste Musterzellen, die das Potenzial besitzen, den hohen Anforderungen der Automobilindustrie an Dauerhaltbarkeit und Sicherheit gewachsen zu sein.